Halberstadt/Oberharz l Ganz so überraschend sei das Lob aus der Kommunalen Beschäftigungsagentur des Harzkreises (KoBa) für die Stadt nicht, eine Bestätigung der bisherigen Arbeit von Stadtrat, Verwaltung und Vereinen aber schon, sagt Bürgermeister Frank Damsch (SPD). So klare Lobesworte seien eher selten und ein Ansporn, die Bemühungen um Verbesserungen trotz vieler Schwierigkeiten fortzusetzen.

Anlass für diese verhaltene Freude ist ein Gespräch des Oberharz-Stadtchefs mit KoBa-Chefin Claudia Langer. "Die Situation der Stadt ist in vielen Bereichen besser als ihr Ruf, beispielsweise in Hinsicht auf Arbeitslosigkeit und Hilfebedürftigkeit ihrer Einwohner", bescheinigte ihm Langer und legte inzwischen per Presseerklärung Zahlen dazu vor.

Danach waren 2014 durchschnittlich 343 der insgesamt 11129 Oberharzer sogenannte Langzeitleistungsbezieher, also in den letzten zwei Jahren länger als 21 Monate auf die Grundsicherung durch die KoBa angewiesen. Das seien "nur" 2,6 Prozent der 13 375 Langzeitleistungsbezieher im Harzkreis und "gerade einmal drei Prozent der Oberharzer", so Langer. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten sei seit 2010 um 25 Prozent gesunken, damit gebe es auch ein Viertel weniger Hartz-IV-Empfänger als noch 2010.

"Die 503 erwerbsfähigen Leistungsberechtigten der Stadt Oberharz am Brocken im Jahresdurchschnitt 2014 entsprechen 4,5 Prozent der Stadtbevölkerung. Zusammen mit ihren Kindern oder anderen nicht-erwerbsfähigen Familienmitgliedern sind insgesamt 611 Menschen in der Stadt Oberharz auf Grundsicherung durch die KoBa angewiesen, also nur 5,5 Prozent aller 11 129 Einwohner im Oberharz", rechnet Claudia Langer weiter vor: "Damit ist die Quote der Harzstadt nur etwa halb so hoch wie die des Landkreises Harz, denn im Kreis sind rund 10 Prozent der Einwohner abhängig von KoBa-Leistungen."

Als arbeitslos gelten derzeit 392 Oberharzer. 176 würden von der KoBa betreut, die übrigen 216 gingen arbeiten, müssten aber ihren Lohn aufstocken, absolvierten eine berufliche Weiterbildung, seien im Mutterschutz oder nähmen an einer arbeitsmarktpolitischen Projekten teil, etwa an "Aktiv zur Rente plus". Der Anteil Arbeitsloser an allen Einwohnern liege damit in der Stadt Oberharz bei 3,5 Prozent, Landkreis: 4,7 Prozent. "Dieser Wert gehört zu den besten der Städte und Gemeinden im Harzkreis", stellt die KoBa-Chefin klar.

Als langzeitarbeitslos gelten derzeit 62 Oberharzer, die länger als ein Jahr nach einer Stelle suchen. Das seien 12,3 Prozent der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Stadt, aber nur 0,5 Prozent der Bevölkerung: "Auch mit diesem Wert liegt die Stadt Oberharz nur halb so hoch wie der gesamte Landkreis (1,19 Prozent)", betont Langer. Die Stadt ziehe mit wirtschaftsstarken Regionen wie Ilsenburg nahezu gleich und übertrumpfe andere Städte und Gemeinden.

Besonders gut habe sich im Oberharz die 2010 gestartete Bürgerarbeit ausgewirkt. 40 der insgesamt 136 Bürgerarbeitsstellen im Harzkreis wurden im Oberharz organisiert. 15 Bürgerarbeiter hätten den Sprung in den Arbeitsmarkt geschafft, auf Kreisebene 35.

Die Statistik zeige Erfolge manchmal nicht richtig auf, so Claudia Langer: "Die Stadt Oberharz steht super da."