Den Umgang mit dem Ehrenamt haben rund 30 aktive Oberharzer mit Politikern der Partei Die Linke diskutiert. Ehrenamtliche Arbeit sei kein Allheilmittel, warnen Bürger. Und für das Besucherbergwerk "Drei Kronen Ehrt" wird dringen Hilfe erbeten.

Elbingerode l Knapp 30 Vertreter der meisten großen ehrenamtlichen Bürgervereinigungen und des Tourismusbetriebes in der Stadt Oberharz haben am Montag mit Politikern der Partei Die Linke in Elbingerodes Heimatstube über ehrenamtliche Arbeit diskutiert. "Ich habe nichts am Hut mit der Partei, aber wenn schon mal jemand herkommt, dann gehe ich hin", sagte nicht nur einer der Gäste.

"Jemand" - das waren in diesem Fall die Landtagsabgeordnete Evelyn Edler, Landtagsfraktionschef und Ministerpräsident-Kandidat Wulf Gallert und die Oberharzer Stadträtin Christel Liebetruth.

In einer mehrstündigen Runde verwies Thomas Schult, 1. Leiter des Oberharzer Tourismusbetriebes, auf das Problem, die Aufgaben etwa in der Unterhaltung der Wanderwege mit weniger Mitteln sichern zu müssen. Waldbadvereinschef Udo Witzel informierte über den Fortschritt beim Erhalt der Badeeinrichtung in Elend. Er warnte aber auch davor, das Ehrenamt als Allheilmittel anzusehen. Land, Kreis und Orte dürften nicht alles auf ehrenamtlich tätige Bürger abwälzen, so Witzel unter allgemeiner Zustimmung.

Rübelands Badvereinschef Ronald Probek sprach von der für ihn und den Ort sehr erfreulichen Einsatzbereitschaft vieler Bürger beim Erhalt des Freibades. Bibliotheksvereinschefin Silvia Suchland verwies auf viel Resignation bei Bürgern, als Elbingerodes Bibliothek voll in ehrenamtliche Hände gegeben werden sollte. Die Bibliothek funktioniere nun Dank eines Sponsors.

Wulf Gallert sagte, dass all diese Probleme "nicht untypisch" seien, also in ganz Sachsen-Anhalt ähnlich vorkämen. Gleichwohl werde er sich mit ihnen weiter beschäftigen. Mit einem Problem wohl ganz besonders. Denn mit Nachdruck baten die Bergbaufreunde Herbert Zange und Gerhard Rösicke um Hilfe gegen die sich für November abzeichnende Schließung des Besucherbergwerks "Drei Kronen Ehrt". Es soll verfüllt werden (Volksstimme berichtete). Selbst Fachleute seien uneins, so Rösicke.

Für die einen, zu denen Rösicke und Freunde gehören, ist die vollständige Schließung der Grube aus geologischen Gründen gar nicht möglich. Andere, wie etwa die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwahrungsgesellschaft Sondershausen (LMBV), sehen in der zügigen Verfüllung der Grube die einzige Lösung.

Die Bergbaufreunde drängen nun auf eine Zwischenlösung, wonach ein Grubenteil verfüllt werden sollte, um dann nochmal genauer sehen und prüfen zu können, ob das Bergbaumuseum nicht doch noch zu erhalten ist. Einmal verfüllt, so Rösicke, wäre ein deutschlandweit einmaliges Stück der 1000-jährigen Harzer Bergbaukultur für immer dahin. Den Politikern wurde das Material zum Thema mitgegeben.

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