Wernigerode l Erst hieß es Januar, dann März. Noch immer warten Wernigeröder und Besucher der Stadt auf die Einführung des sogenannten Handyparkens. Viele Städte, darunter auch Magdeburg, Goslar und Aschersleben, bieten Autofahrern bereits an, ihre Parkgebühren bargeldlos per Mobiltelefon zu entrichten. Auch in Wernigerode soll es nun endlich soweit sein.

Es habe gute Gründe gegeben, den Start nach hinten zu verschieben, sagt André Weber (CDU), der sich vor zwei Jahren im Stadtrat für das Handyparken stark gemacht hatte. "Der Markt in dem Segment ist gerade unglaublich in Bewegung. Das wirkt sich auf die Gebühren aus." Als der Stadtrat Ende 2013 grünes Licht für das Projekt gegeben hatte, war von insgesamt 15 000 Euro Kosten für die Kommune bei einer zweijährigen Laufzeit ausgegangen worden. Darunter einmalige Ausgaben für die Einrichtung, eine monatliche Systempauschale sowie die Kosten für die SMS. Inzwischen hätten die Serviceanbieter die Gebühren um mehr als die Hälfte gesenkt, so Weber. Das bestätigt Ordnungsamtschef Gerald Fröhlich auf Nachfrage. Es seien im Laufe der letzten Monate mehrere Kalkulationen eingeholt worden. Einige Angebote seien sogar noch nachgebessert worden. "Unsere Entscheidung ist jetzt gefallen", so Fröhlich. "Wir gehen in den nächsten Tagen in die Vertragsverhandlungen."

Und so funktioniert das Handyparken. Erste Variante: Die 25 Parkautomaten werden mit Servicetelefonnummern versehen. Autofahrer müssen lediglich eine Kurznachricht mit ihrem Autokennzeichen und der gewünschten Parkdauer schreiben. Und schon ist der virtuelle Parkschein ausgestellt. Läuft die Parkdauer ab, wird eine Nachricht zur Erinnerung verschickt. Der Nutzer hat dann die Möglichkeit zu verlängern. Zweite Variante: Wer im Besitz eines Smartphones ist, kann sich eine spezielle App - also ein Computerprogramm - auf sein Handy laden. Das Gerät erkennt per GPS, in welcher Parkzone sich der Nutzer befindet. Die Abrechnung erfolgt bei beiden Varianten über die Mobilfunkrechnung oder die Prepaid-Karte des jeweiligen Netzbetreibers.

Und wie werden die virtuellen Tickets kontrolliert? Die Politessen sind seit vergangenem Jahr mit neuen Erfassungsgeräten ausgestattet. "Nach der Eingabe des Kennzeichens erhalten sie ein Signal, wenn der Fahrer seinen Parkschein zuvor mit dem Handy gelöst hat", informiert Gerald Fröhlich.

Diskutiert wird in der Verwaltung momentan noch über die sogenannte Brötchentaste. "Das Problem ist: Der Anbieter berechnet einen gewissen Prozentsatz der eingenommen Parkgebühren als Provision", so der Ordnungsamtschef. "Je billiger der Parkvorgang, desto weniger Gebühren landen tatsächlich in der Stadtkasse." Deshalb werde überlegt, für das Handyparken eine Mindestparkdauer einzuführen.

Und wann geht es los? "Wir gehen davon aus, dass wir in vier Wochen starten", sagt Gerald Fröhlich an. "Das Rathausfest ist das Ziel."