Einem der bedeutendsten Märchenschreiber der Welt wird in Blankenburg ein besonderer Stadtrundgang gewidmet: Hans Christian Andersen. Der dänische Volksdichter hat bei seinen Reisen auch die Harzstadt besucht und sie liebevoll beschrieben.

Blankenburg l Im Sommer 1831 macht sich Hans Christian Andersen, Schöpfer der kleinen Meerjungfrau, der Schneekönigin und vieler anderer berühmter Märchenfiguren, von seiner Heimat Dänemark auf in den Harz. Er besteigt den Brocken, durchstreift das Ilsetal, bestaunt die Teufelsmauer, die Rübeländer Höhlen, den Blauen See. Von Quedlinburg aus wandert er nach Blankenburg. Sein Ziel ist zunächst das herzogliche Schloss, wo er allerdings enttäuscht wird. "Wir kamen an ein Tor, doch hier war ein Plakat aufgehängt, auf dem stand, dass das Gebäude renoviert würde", hält Andersen in seinem Tagebuch fest. Weiter heißt es "Wir mussten uns mit der hübschen Aussicht von der Terrasse begnügen, von dort aus gesehen lag die Stadt Blankenburg mit ihren roten Dächern zwischen Wäldern und den grünen Gärten wie eine Kirsche auf einem Kohlblatt."

Diese Aussicht können Blankenburger und deren Gäste auch 184 Jahre später noch immer bewundern, auch wenn sich der Anblick der Stadt von diesem prägnanten Punkt ziemlich verändert hat. Faszinierend ist er allemal. Ein Grund für Tourleiterin Carmen Niebergall von tourenreich - Architektur-und Kunstreisen Mitteldeutschland und Autorin Beate Hagen in Zusammenarbeit mit der Tourist- und Kurinformation eine märchenhafte Tagestour durch Blankenburg anzubieten. Sie startet erstmals am Sonntag, 30. Mai, unter dem Motto: "Wandern einmal anders(en) - Auf den Spuren von Hans Christian Andersen im Harz". Die Organisatoren versprechen an diesem Tag "unterhaltsame Wanderungen mit märchenhaften Begegnungen", bei denen Kindheitserinnerungen wach werden.

Die Tour startet um 10 Uhr am Großen Schloss und dauert etwa bis 16 Uhr. Vom Schloss aus geht es auf Andersens Spuren zum historischen Rathaus. Dort wartet eine ganz besondere Märchenaufführung auf die Teilnehmer. Mädchen und Jungen einer Kindertagestätte präsentieren dort "Die Prinzessin auf der Erbse". Weiter geht`s danach in die Lange Straße, wo einst das Hotel "Weißer Adler" stand, in dem Andersen 1831 übernachte hatte und von der "malerischen Aussicht" schwärmte. Dort soll, wie auch am Schloss, eine Gedenktafel enthüllt werden.

Danach geht die Wanderung weiter zum Regenstein. Über die"Riesen-Mumie", wie er die Burgruine nannte, schrieb Andersen einst: "Der Regenstein selbst mit seinen engen Gemächern, eingestürztem Brunnen und Treppen, die nur aus der freien Luft in das gleiche Element führten, erhielt, wie ein Bild für sich, einen eigenen Platz in dem Pantheon meiner Erinnerung."

Neben der Blankenburg-Wanderung gibt es am 27. Juni noch eine Andersen-Tour durchs Selketal. Kinder bis 12 Jahre sind bei diesen märchenhaften Wanderungen kostenfrei unterwegs.

Infos und Anmeldungen unter der Internet-Adresse www.tourenreich.de

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