Mit vielen Eindrücken sind die Teilnehmer einer Bürgerreise aus Vietnam zurückgekehrt. Die Wernigeröder hatten Gelegenheit, das asiatische Land und die Partnerstadt Hoi An in allen Facetten kennenzulernen.

Wernigerode l Busfahrt zum Flughafen Frankfurt, ein zwölfstündiger Flug. Das Ziel: Vietnam.

Gleich nachdem sie das Flughafengebäude in Saigon verlassen haben, eröffnet sich den Teilnehmer der Bürgerreise eine völlig andere Welt. Fast 40 Grad im Schatten, unzählige laut hupende Motorräder. Dazu die betörenden Düfte von Jasmin und exotischen Gewürzen. Ein Rausch der Sinne.

Bunt zusammengewürfelt ist die Truppe gewesen, die sich Anfang Mai auf den Weg in das asiatische Land machte. "Eigentlich mag ich keine Gruppenreisen", sagt Uwe Adamitz. Als er von der Bürgerreise nach Vietnam hörte, war er aber schnell überzeugt. "Mit meiner Frau habe ich mich intensiv auf die Reise vorbereitet und Bücher gelesen", sagt er und hat es nicht bereut. "Es war eine bewegende Erfahrung. Wir sind emotional sehr berührt worden."

Organisiert hat den Trip Huong Trute. Die Gastronomin ist gebürtige Vietnamesin und ihr liegt es am Herzen, den Wernigerödern ihr Heimatland näher zu bringen. "Und zwar nicht nur die Sehenswürdigkeiten, sondern auch den Alltag der Menschen dort. Für die Teilnehmer sollte es ein außergewöhnliches Erlebnis werden." Die 19 Wernigeröder reisten nicht allein. Mit im Flugzeug saßen 45 Sänger des Rundfunk-Jugendchores samt Betreuern und eine offizielle Delegation, zu der neben Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) weitere Rathausmitarbeiter sowie Huong Trute und Lothar Andert vom WIN-Verein gehörten.

"Wir sind bei verschiedenen Gelegenheiten zusammengetroffen", berichtet Andert. "Im Mekong-Delta, beim Treffen mit dem deutschen Generalkonsul, bei der Bürgerbegegnung, die die Verwaltung von Hoi An vorbereitet hatte und bei der Eröffnung des großen Chorfestivals." Der Wernige-röder Chor habe vor Tausenden Zuschauern ein vietnamesisches Liebeslied gesungen, erinnert sich Uwe Adamitz. "Die sonst so zurückhaltenden Vietnamesen gingen so ab, haben so frenetisch gejubelt - das habe ich selten erlebt. Das war ein Höhepunkt."

Im Mittelpunkt der Reise stand die Partnerstadt Hoi An. "Natürlich waren wir alle neugierig auf die Stadt", so Adamitz. "Sie ist wunderschön, wahrscheinlich die schönste Stadt in Vietnam." Mit dem Rad ging es durch die Vororte zu einem Gemüsebauern. Dort durften sich die Besucher nach einem Rundgang im Gemüseschnitzen ausprobieren.

Am nächsten Tag folgte ein Ausflug zu den Fischern von Cam Thanh. Die Reisegruppe erhielt eine Einweisung ins Netzewerfen. "Beim ersten Mal ging es total daneben", sagt Teilnehmer Diethardt Zippel. "Beim zweiten Mal lief es schon besser. Und beim dritten Versuch zappelte sogar ein kleiner Fisch in meinem Netz."

Ob Rundgang durch die historische Altstadt, Einkehr in Restaurants, Besuche in der Seidenspinnerei - die Wernigeröder lernten die verschiedensten Facetten der Partnerstadt kennen. Und nicht nur das: Ausflüge in die Königsstadt Hue, Bootstouren durch die mystische Halong-Bucht, eine Wanderung auf dem Wolkenpass oder einfach nur Entspannen am Strand - "ein faszinierender Einblick in ein wunderschönes Land", fasst es Peter Lösler zusammen. Eine Reise, die neugierig gemacht, die Lust auf mehr geweckt habe.

"Wenn ich die Augen schließe und an die Tage in Vietnam zurückdenke, sehe ich Menschen im Alltag und traumhaft gedeckte Tische", sagt Diethardt Zippel. "Wir haben dieses Land nicht nur gesehen, sondern erleben können."

Übrigens: Im Herbst wird die nächste Bürgerreise nach Vietnam vom 16. November bis zum 1. Dezember geplant. Es gebe schon dafür schon erste Anmeldungen, informiert Huong Trute. "Aber es sind noch Plätze frei."

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