Elbingerode hat seit einer Woche die neue Bundesstraße 244, der Markt wird bereits weniger befahren. Die provisorischen Verkehrsschilder sollen verschwinden, und Anlieger bemerken einen zaghaft positiven Trend. Für eine Umgestaltung hat die Stadt kein Geld.

Elbingerode l Der Markt bleibt eine Tempo-30-Zone, die provisorischen Verkehrsschilder in der Platzmitte würden in den nächsten Tagen von der Landesstraßenbaubehörde entfernt, ebenso einige Fahrbahnstreifen. Ansonsten bleibe die Verkehrsführung wie sie ist, nur ruhiger als vorher.

Darüber informierte Ordnungsamtsleiter Roland Krebs mit Blick auf die Zukunft des Elbingeröder Stadtzentrums. Seit der Öffnung der für viel Geld komplett erneuerten Rohrbachstraße als neuer Bundesstraße 244 rollen merklich weniger Laster, Baufahrzeuge und Pkw über den Markt. Der Platz bleibe gut befahrbar, betont Krebs. Und Linienbusse stoppen eh weiter an der Haltestelle "Elbingerode/Markt".

Die sogenannte Freilenkung des Areals und die Umwidmung der parallel verlaufenden Rohrbach- zu einer Bundesstraße ist vor vielen Jahren konzipiert worden, um den Marktplatz aus einer vielbefahrenen Kreuzung der Bundesstraßen 81 und 244 und anderer Straßen zu einem Bürgertreffpunkt werden zu lassen. Denn was beim früheren Durchfahren und der dabei nötigen Aufmerksamkeit für die anderen Verkehrsteilnehmer schnell übersehen wurde - um den Markt gruppiert sich tatsächlich das Geschäftszentrum Elbingerodes.

"Vom Markt aus lassen sich 24 Geschäfte, Ämter, Gaststätten, Ärzte, eine Apotheke und anderes fußläufig schnell und gut erreichen", betont Reiner Friedrichs. Er gehört zu den von der Straßenumwidmung direkt betroffenen Geschäftsleuten und hofft auf positive Auswirkungen der Straßenverlegung für die Innenstadt. Vor vier Jahren noch, so erinnert Friedrichs, hätten mehrere Mittelständler rund um den Markt aufgegeben und ihr Geschäft geschlossen.

"Inzwischen deutet sich ein ganz leichter Positivtrend an. Dieser Trend kann mit Kreativität im Interesse aller Elbingeröder verstärkt werden", zeigt sich Friedrichs optimistisch, aber auch leicht beunruhigt.

"Durch den Kontakt mit meinen Kunden habe ich festgestellt, dass viele eine ,Beruhigung des Marktes`, von der immer gesprochen und geschrieben wird, mit einer erschwerten Zugänglichkeit verbinden und darum die Innenstadt meiden", berichtet der Geschäftsmann. Dabei sei der Markt belebt und, so seine Erfahrung, das Parken viel einfacher und besser geworden. Das soll auch so bleiben, bestätigte das Ordnungsamt.

Was allerdings baulich aus dem zentralen Platz wird, ist noch offen. Alte Pläne sahen mal die Aufstellung eines Europa-Springbrunnens vor, das wurde aber nicht lange verfolgt. Die Kommune fällt wegen Geldnot und vorläufiger Haushaltsführung als Marktgestalterin aus, wie Bauamtsleiter Dieter Bock bestätigte. Zum Gestalten braucht man Geld, das hat die Stadt nicht.

Und einen Verein, eine Kaufmannsgilde oder Interessengemeinschaft, die sich langfristig um ein neues Gesicht für Elbingerodes Markt kümmern will, gibt es bisher nicht.

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