Der diesjährige Haushalt der Stadt Wernigerode weist ein Defizit von rund 900 000 Euro auf. Deshalb hat der Stadtrat ein Konsolidierungskonzept beschließen müssen. Es ist eine solide Grundlage, um bis 2013 den Etat wieder auszugleichen, schätzt der Kämmerer des Rathauses, Frank Hulzer, ein.

Wernigerode. Wenn alles gut geht, wird die Stadt in drei Jahren wieder einen ausgeglichenen Haushalt aufstellen können. Der diesjährige Etat weist ein Defizit von 921 200 Euro auf ( wir berichteten ). Da dieses Defizit jedoch nur mit dem Einsatz von Geld aus der verfügbaren Rücklage ( 821 700 Euro ) erreicht wurde, " muss an allen Ecken und Kanten gespart werden ", weiß Frank Hulzer. Der Kämmerer der Wernigeröder Stadtverwaltung ist dennoch optimistisch, das Ziel zu erreichen. Zum einen würden städtische Tochterunternehmen wie GWW, GSW und Stadtwerke gut wirtschaften, zum anderen seien die Schuldenübernahmen von Reddeber und Schierke " überschaubar ". Und drittens, so Hulzer, gebe es ein Konsolidierungskonzept als solide Basis.

Zu den Schulden durch die Eingemeindungen informierte Hulzer, dass es sich dabei um Fehlbeträge handelt, die sich nach der Abschlussrechnung stets zwei Jahre später im Haushaltsplan niederschlagen. " 2014 sind keine mehr zu erwarten. " Bis dahin müsse man aber den Gürtel enger schnallen und die Sparreserven nutzen, die im Konsolidierungspapier aufgezeigt seien. Hulzer : " Alles steht auf dem Prüfstand. " Konkret sind es 28 Vorschläge, die erst in den Fachausschüssen diskutiert werden, bevor der Stadtrat sie per Zustimmung in die Tat umsetzen kann. Übrigens

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