Wernigerode/Veckenstedt (rar). Der einzige Obdachlose aus dem Nordharz soll aus dem Wernigeröder Heim abgeschoben werden. Der Mann aus Stapelburg gilt nach Recherchen der Harzer Volksstimme als vergleichsweise "wenig integrierbar, unbelehrbar und problematisch". Ihm sei insgesamt acht Mal eine Wohnung angeboten worden, die er aber alle ablehnte. Da es sich bei ihm um den einzigen Obdachlosen aus dem gesamten Nordharz handele, wurde er aus Kostengründen seit dem Frühjahr 2010 in dem Nöschenröder Heim untergebracht. Dafür sei die Stadt Wernigerode von der Verwaltung in Veckenstedt auch bezahlt worden.

Nordharz-Bürgermeisterin Hannelore Striewski zeigte sich von dieser plötzlichen Kündigung ebenso enttäuscht, wie überrascht: "Ich denke, dass er spätestens Anfang März zu uns geschickt wird. Gesetzlich ist der Nordharz verpflichtet, dem Obdachlosen eine Unterbringung zu stellen." Das sei auch erfolgt. In einem der Ortsteile stehe für den Mann eine Wohnung mit einem separaten Eingang zur Verfügung. Um welchen Ort es sich dabei genau handelt, wollte sie gestern nicht sagen. Allerdings war der Gemeinderat in seiner Sitzung in Wasserleben am Mittwoch über das bevorstehende Procedere sowie deren Vorgeschichte informiert worden – so auch der zuständige Ortsbürgermeister. Dazu musste während der Ratssitzung sogar extra eine eigene Nutzersatzung zur Erhebung der geringen Gebühren beschlosssen werden.

Alle acht angebotenen Wohnungen abgelehnt

Es gäbe in solchen Fällen keinerlei Ermessensspielraum für die Verwaltung, so Hannelore Striewski sinngemäß.

Die Fertigstellung aller Ende 2010 unterbrochenen Bauvorhaben im Nordharz wurde ebenfalls beschlossen (wir berichteten). Dazu zählt unter anderem der Ausbau von Langelns Amtshof. Dafür könne jetzt aber erstmal das Ausschreibungsverfahren begonnen werden.