Ilsenburg (rar). Der CDU-Fraktionsvorsitzende Karl Berke wurde auf der Hauptausschusssitzung am Mittwoch zum Stellvertretende dieses Gremiums gewählt. Dagegen hatte lediglich sein Pendant von der SPD, Wilfried Obermüller, gestimmt. Seine Begründung: "Egal ob im Landtag oder sonstwo – die stärkste Fraktion stellt immer den Vorsitzenden, die zweitstärkste den Stellverteter. Das ist allgemein üblich, und eine symbolische Geste, die man offenbar nur in Ilsenburg durchbricht. Deswegen war ich dagegen."

Bisher hatte es in Ilsenburg keinen Stellvertreter für den Hauptausschussvorsitzenden Denis Loeffke (CDU) gegeben.

Thema war anschließend der Erwerb der Anteile an der Tourismus GmbH (wir berichteten). Derzeit hält die Stadt lediglich 49 Prozent. Bürgermeister Denis Loeffke: "Wir sind aber diejenigen, die die alleinigen Ausgleichslasten im Falle von Defiziten zu tragen haben. Deshalb möchten wir die Mehrheiten haben." Die SPD-Fraktion argumentierte dagegen. "Das ist seinerzeit ganz bewusst so gemacht worden, um die Hoteliers in die Pflichtnehmen zu können", so Wilfried Obermüller.

Obermüller votierte auch für die stärkere Einbeziehung der Betroffenen hinsichtlich der Umbennung der Straßen in den Ortsteilen sowie in Ilsenburg. Die Sozialdemokraten möchten die Schmiedestraße wegen des Radsatzwerkes am liebsten gar nicht umbenennen. Hier war der Zusatz "Ilsenburger" Schmiedestraße erwogen worden, um Verwechslungen mit jener gleichnamigen Straße in Drübeck künftig zu vermeiden. Es zeichnet sich aber ein Konsens ab, wie Loeffke mit seinen Worten, "das ist nachvollziehbar, das könnten wir machen", zu Ausdruck brachte.

Auch zur Gartenstraße scheint das letzte Wort noch nicht gesprochen zu sein. Das Gremium einigte sich, dass noch weitere Vorschläge unterbreitet werden sollen, über die dann die betroffenen Anwohner selbst befinden sollen.

Abschließend war die Ortsgestaltung Thema. Hier sehe der Ausschussvorsitzende Loeffke "akuten Handlungsbedarf". Die in Ilsenburg geregelte einheitliche Dachlandschaft in Rot drohe nach seiner Auffassung zu verwässern. Zu oft werden Dächer mit glasierten und vor allem dunklenfarbenen Ziegeln gedeckt. Das betreffe besonders die Ortsteile. Loffke: "Diesem ortsuntypischen Modetrend gilt es, aus touristischen Gründen Einhalt zu gebieten. Das heißt ja nicht, dass es auch Ausnahmen geben könnte."