Anfang April wird Wernigerode um eine Attraktion reicher. Die Historikerin Christina Friedrich möchte in der Marktstraße ein Hexenmuseum eröffnen. Für die Gründung eines Museumsvereins sucht die 29-Jährige noch nach Mitstreitern.

Wernigerode. Heilsteine und magisches Pulver liegen auf dem Tisch. In der Ecke gegenüber lodert ein Feuerchen. Ein kleiner Wasserfall plätschert sanft vor sich hin. Wohlig warm und gemütlich ist es in der "Besenkammer" in der Wernigeröder Marktstraße. Dort möchte die 29-jährige Christina Friedrich am 1. April ein Hexenmuseum eröffnen.

Seit einem Jahr lebt die gebürtige Wittenbergerin in der bunten Stadt am Harz. "Nach meinem Geschichts-Studium in Magdeburg wollte ich einfach etwas anderes sehen." Durch Seminare bei Prof. Konrad Breitenborn sei sie erstmals mit Wernigerode in Berührung gekommen. "Das Schloss mit seinen Folterkammern – einfach faszinierend. Dazu das hübsche Städtchen unterhalb des Schlossberges. Mir war klar – hier musst du wohnen."

Schon immer habe sie sich für Magie und die Geschichte der Hexen interessiert. "Sozusagen als Hobby". So tritt die 29-Jährige auch bei Veranstaltungen als Hexe und Wahrsagerin auf, legt Tarotkarten, wendet Liebeszauber und Hypnose an. "Meiner Meinung nach gibt es zwischen Himmel und Erde mehr, als wir sehen können." In jedem Menschen würden gewisse unbekannte Kräfte ruhen, die man nur für sich entdecken müsse. "Und das interessiert mich."

Verwundert sei sie gewesen, dass es hier in der Region noch kein Hexenmuseum gibt. "Harz und Hexen – das gehört doch einfach zusammen." Zu Walpurgis verkleiden sich die Menschen, werfen Strohhexen ins Feuer. In den meisten Läden sind sie ein beliebtes Souvenir. "Also dachte ich mir, ich packe es einfach an."

"Magische Kräfte ruhen in jedem"

Zwei winzige Räume bietet ihre "Besenkammer". Im Eingangsbereich soll in Kürze eine Dauerausstellung über berühmte Hexen (historisch und fiktiv), die Geschichte der Hexenverfolgung, Hexenhandwerk und Hexenküche informieren. Ein handgearbeiteter Hexenkessel mit Eisengriff von 1900, historische Holzstiche und Holzmasken vervollständigen die Ausstellung. Außerdem will Christina Friedrich eine Kreativecke für die jüngeren Besucher einrichten. Schließlich möchte sie später Veranstaltungen für Schüler und Kindergartenkinder anbieten. Der zweite Raum ist den erwachsenen Besuchern vorbehalten. Denn hier wird‘s schaurig. "Für diesen Bereich schwebt mir eine Art Folterkammer vor mit Schandmasken und Handschellen aus dem Mittelalter, Voodoopuppen und diversem Hexen- und Folterwerkzeug." Bis zur feierlichen Eröffnung am 1. April gibt es für Christina Friedrich noch einiges zu tun. "Wir müssen noch ein bisschen renovieren, den zweiten Raum herrichten."

Zudem sucht die junge Frau noch weitere Ausstellungsstücke sowie Mitstreiter zur Gründung eines Museumsvereins. "Wir sind für jede Unterstützung dankbar." Ihr Ziel sei es, Wernigerode mit ihrem Museum als "Hauptstadt der Hexen" zu etablieren und damit eine weitere Attraktion für Touristen und Einheimische zu schaffen. Interessierte können sich per Email (info@besenkammer.net) an sie wenden.Übrigens