Ilsenburg (rar). Das neue Jahr wird zu einem sehr entscheidenden für das Landhaus "Zu den Rothen Forellen". Darüber informierte jetzt dessen Direktor Sebastian J. Ott auf Nachfrage der Harzer Volksstimme.

"Wir wollen 4,2 Millionen Euro investieren"

Ursprünglich war geplant, das an der Buchbergstraße befindliche Fachwerkhaus zu erhalten. Doch die dortigen Bauschäden am Gebälk erwiesen sich im Nachhinein als derart gravierend, dass ein Antrag auf Abriss gestellt werden musste. Auch wenn dieser momentan noch nicht bestätigt wurde, werde es nur eine Frage der Zeit sein, bis sich das Bild an dieser Stelle durch einen späteren Neubau des sogenannten Gartenhauses einschneidend verändert, so Ott. Und das, obwohl es sich um den hinteren Teil des Hotelgeländes handelt, der durch die hohen Bäume am Forellenteich praktisch kaum zu sehen ist. Hinzu komme, dass dieses Haus praktisch auf keinem sonderlich sicheren Fundament gestanden hatte. Im übrigen sei es nur bis 1998 mit mehreren Einliegerwohnungen genutzt gewesen. Seitdem hatte es leer gestanden. Der "Ersatzbau", so Ott weiter, wird von der Optik her ähnlich sein, hat jedoch eine Etage weniger und wird demzufolge flacher ausfallen. Ott: "Sobald die Genehmigung vorliegt, wird der Abriss erfolgen, sehr wahrscheinlich noch 2011." Das betreffe auch den Beginn der Sanierung des, direkt am See befindlichen, historischen "Badehauses".

"Badehaus wird erhalten, das Gartenhaus nicht"

Hier stehe allerdings eine denkmalschutzgerechte Sanierung außer Frage. Auch das Badehaus war bis 2001 Wohnhaus und hatte seitdem ebenfalls leer gestanden.

In dieses Ilsenburger Hotel werden, einschließlich der beiden genannten Objekte, 2011 4,2 Millionen Euro investiert. Dazu gehört dann aber auch bereits die im Haupthaus geplante Auswechslung der gesamten Haustechnik sowie eine flächenmäßige Vergrößerung des Wellnessbereichs. "Nach 17 Jahren sind die technischen Anlagen in einem so schlechten Zustand, dass sie dringend erneuert werden müssen", so der Direktor. Das meiste Geld werde also dort angelegt, wo es der Gast nicht wirklich sieht.

Eine Besonderheit aoll es künftig im Erdgeschoss geben. Der momentan unter diesem Gebäude verlaufende und weitgehend unsichtbare Zulauf des Wassers zum Forellenteich, soll in einem der Zimmer später durch eine dicke Glasscheibe beobachtet werden können, kündigt der Hotelchef an.

Experten schätzen das Alter des abrissreifen Gartenhauses, aus der Zeit um 1900. Das Badehaus, so Ott, dürfte ebenfalls aus dieser Zeit stammen.

Der aus Bayern stammende Sebastian J. Ott bezeichnete es wörtlich "als extrem, wie langsam die Behörden hier arbeiten, um Abriss- oder Baugenehmigungen zu erteilen".

"Extrem, wie langsam die Behörden arbeiten"

Damit meine er vor allem die Harzkreisverwaltung . Der Direktor: "Ich kenne das aus anderen Landkreisen anders. Da hat man eine Baugenehmigung innerhalb von vier Wochen. Hier im Harz reichen vier Monate offenbar keinesfalls aus." Für die Erteilung der Baugenehmigung sei beinahe ein halbes Jahr vergangen. Für Ott, der sich darüber ärgert, mache das jegliche Planungen unnötig schwierig.

 

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