Wernigerode/Schierke (ru). Heiraten ist jetzt auf dem Brocken möglich (wir berichteten). Für Jens Nitschke hat diese Neuerung jedoch einen "faden Beigeschmack". Er und seine Verlobte, beide in Schierke aufgewachsen, möchten im Herbst den Bund der Ehe schließen. "Allerdings nicht auf dem Brocken, sondern in unserem schönen Schierker Rathaus", teilte der junge Mann der Harzer Volksstimme mit. Das sollte auch nicht das Problem sein, vorausgesetzt, man schippert unter der Woche in den Ehehafen. Das mit der Eingemeindung für Schierke zuständige Standesamt in Wernigerode hätte ihm auf seine Anfrage nämlich mitgeteilt: "An Wochenenden wird im Schierker Rathaus nicht mehr getraut. Das ist nur noch auf dem Brocken, im Schloss und Rathaus in Wernigerode möglich." Für Jens Nitschke und seine ebenso heimatverbundene künftige Ehefrau alles keine Alternativen, zumal Brocken und Schloss zu teuer seien.

Volksstimme hakte nach und erhielt von der Pressestelle die Information, da es im Vorjahr "nur drei Trauungen" im Schierker Rathaus gab, werden "keine ständigen Samstagstermine" mehr angeboten. Aber: "Natürlich würden wir bei individuellen Anfragen Hochzeiten am Sonnabend in Schierke ermöglichen, auch wenn der Aufwand erheblich größer sei", teilte Pressesprecher Andreas Meling ebenfalls mit. Letztendlich entscheide das Standesamt.

Irritiert zeigte sich der Oberbürgermeister gegenüber Volksstimme. Dann sagte Peter Gaffert: "Ich finde es sogar klasse, wenn die Schierker in ihrem Rathaus heiraten. Das junge Paar sollte ruhig einen Antrag stellen."