Die Kleingartenvereine im Wernigeröder Regionalverband ringen mit dem Rückgang ihrer Mitgliederzahlen. Mit zurzeit 6,7 Prozent ungenutzter Parzellen stehen sie zwar im Landesvergleich recht gut da, sorgen sich aber dennoch, wie sich während der jüngsten Delegiertenversammlung herausstellte.

Blankenburg. Der "Regionalverband der Gartenfreunde Wernigerode und Umgebung e. V." hatte am Sonnabend zu seiner 21. Delegiertenversammlung eingeladen, diesmal in den Saal des Blankenburger Rathauses. Etwa 80 Delegierte aus den Vereinen des Altkreises Wernigerode sowie Gäste vom Landesverband, aus dem Landkreis Harz und der Stadt Blankenburg waren der Einladung gefolgt. Wie der Vorstand nach der zweistündigen Veranstaltung bedauerte, sei leider kein Vertreter der Stadt Wernigerode unter den Gästen gewesen.

Hansjoachim Bolle verlas als Regionalverbandsvorsitzender den Jahresbericht 2010 und zählte darin zahlreiche Aktivitäten auf, so den Besuch der Landesgartenschau in Aschersleben. Am Landeswettbewerb "Kleingärten im Städtebau" hatte sich der Verband diesmal nicht beteiligt, überlegt aber, beim nächsten Mal wieder dabei zu sein.

Ein Problem, so Bolle weiter, ist die zu hohe und noch steigende Zahl ungenutzter Parzellen. Ende 2010 gab es dazu und zu möglicher finanzieller Förderung für die Renaturierung nicht mehr benötigter Anlagen eine Anhörung vor einem Bundestagsausschuss in Berlin. Das Ergebnis ist noch offen.

Als "nicht ganz unwichtiges Ereignis" bezeichnete der Vereinschef das im vorigen Jahr 20-jährige Bestehen der Kleingartenversicherungen, die den Mitgliedern Schutz bei Schäden bietet. Der Verband bedankte sich dafür bei Herbert Leischke, dem Subdirektor einer Versicherungsgesellschaft, mit der goldenen Ehrennadel der Kleingärtner des Harzkreises.

Verabschieden musste sich die Gemeinschaft 2010 vom Ilsenburger Verein "Schäferwiese", der von 40 Pächtern auf 13 geschrumpft war und sich daher aufgelöst hat. Insgesamt haben die zum Regionalverband Wernigerode und Umgebung gehörenden Vereine zurzeit 3 119 Parzellen. Davon sind 218 nicht bewirtschaftet (6,7 Prozent). Dieser Rückgang ist zwar noch nicht beängstigend, muss aber im Auge behalten werden, betonte Bolle. In den alten Nachbarkreisen läuft es etwas schlechter (Halberstadt neun und Quedlinburg sogar 14 Prozent). Dr. Walter Strauhs vom Landesverbandspräsidium der Kleingärtner wartete mit weiteren Zahlen auf. So gibt es im Land Sachsen-Anhalt insgesamt elf Prozent ungenutzte Kleingärten. Somit stehen die Vereine des Wernigeröder Regionalverbandes gar nicht so schlecht da.

Kritik übte der Verbandschef an der Gehwegberäumung in manchen Anlagen. Ordnungsämter hätten dies seit dem Wintereinbruch bemängelt. Als Anlieger hätten die Vereine die gleichen Pflichten wie alle anderen Grundstückseigentümer.

Zum Abschluss bedankte sich Hansjoachim Bolle im Namen der Kleingartenvereine bei den Bürgermeistern und den Verwaltungen für die gute Zusammenarbeit. Und auch dafür, dass der Pachtzins konstant geblieben ist und wohl in absehbarer Zeit bleiben wird.

Dieter Müller von der Blankenburger Stadtverwaltung appellierte an die Gartenfreunde, mehr das Angebot des Verwertens statt des Verbrennens von Gartenabfällen zu nutzen.

Auch Christine Werner, Chefin des Umweltamtes der Kreisverwaltung Harz, sprach sich dafür aus, obwohl es Argumente für ein geregeltes Verbrennen gibt. Auf diese Weise sollte jedoch nur entsorgt werden, was sich nicht kompostieren lässt oder Schädlinge beziehungsweise Krankheiten enthält.