Udo Leier bleibt Vorsitzender der Fischereipachtgemeinschaft Bodetalsperren. Er wurde auf dem ersten Vereinstreffen des neuen Jahres wiedergewählt. Große Sorge bereiten den Anglern nach wie vor die Raubvögel.

Elbingerode. Vereinschef Udo Leier berichtete zum ersten Treffen des Beirats der Fischereipachtgemeinschaft Bodetalsperren über die Arbeit im Jahr 2010. So habe sich der Gesamthaushalt des Vereins überaus positiv entwickelt. Er wuchs um rund 20 Prozent an, so dass eine Rücklage von fast 8500 Euro gebildet werden konnte.

Ein Problem im Vorjahr war die starke Population der Kormorane an den Talsperren. Der "Vogel des Jahres" richte aus Sicht der Angler gewaltige Schäden in den Gewässern an. "Auch unsere Fischbestände und nicht nur diese Raubvögel sind schützenswert", sagte Leier vor etwa 50 Petrijüngern im Elbingeröder Anglerheim. Daher habe man eine feste Abschussquote für Kormorane erwirken können. Allerdings dürften die beispielsweise 30 Tiere an der Wendefurther Talsperre von befugten Jägern nur in einem Zeitraum erlegt werden, in dem die Vögel kaum anzutreffen seien.

Zur Abwehr der verstärkt auftretenden "Kleinen Maräne" (ein forellenartiger Fisch) sollen Gewässer wie die Rappbodetalsperre auf Wunsch des Talsperrenbetriebes verstärkt mit Seeforellen besetzt werden. Diese gegenüber den Regenbogen- und Bachforellen größeren Fische seien gut geeignet, die kleine Maräne im freien Gewässer zu dezimieren.

In der Hassel-Vorsperre gebe es wiederum ein Problem mit dort eingewanderten Welsen, so Leier, der auch Vorsitzender des Blankenburger Anglervereins ist. Ein ausgewachsener Wels habe keine natürlichen Feinde, richte als Raubfisch aber großen Schaden an. Dort könnte ebenfalls mit dem Besatz von Seeforellen entgegengewirkt werden.

Ein weiteres Problem: Im kommenden Jahr soll der Stausee Wendefurth für eine schon lange avisierte Reparatur am Pumpspeicherwerk um etwa elf Meter gegenüber dem normalen Sommerstau abgesenkt werden. Das bedeute, dass der beliebte Touristen- und Anglersee für eine ganze Sommersaison praktisch nur noch bis kurz vor die Rappbodestaumauer mit Wasser gefüllt sein wird. Zur Verdeutlichung: Bei 352 Metern über Normalnull würde die Wendefurther Staumauer überlaufen. Zur vorgesehenen Reparatur werde der Pegel auf 334 Meter über Normalnull abgesenkt. Somit würden noch etwa neun Meter Wasserstand im Bereich vor dem Grundablass der Staumauer im See bleiben. Da niemand wisse, wie die im Stausee lebenden Fische diese Absenkung verkraften, werde es 2011 keinen Fisch-Neubesatz geben, kündigte Leier an.

Jeweils mehrheitlich mit Stimmenthaltung der vorgeschlagenen Kandidaten wurde der Vereinsvorstand gewählt: Vorsitzender bleibt Udo Leier, Ulrich Kaiser ist sein Stellvertreter. Kassenwart ist Bernd Droste, die Gewässerwarte heißen Thorsten Bormann, Michael Wunder und Ralf Nagel. Fischereischutzbeauftragter ist Matthias Winkelmann und Kassenprüfer für die nächsten vier Jahre Karsten Schenk.