Er kam, fragte nach, antwortete freundlich - und fuhr wieder: Für zwei Stunden war Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister gestern Gast der Stadt Oberharz. Als grenzübergreifendes Symbol und Impuls, wie betont wurde.

Rübeland. "Wie heißt Ihre Stadt jetzt genau?", fragte David McAllister, Ministerpräsident von Niedersachsen, gestern Nachmittag lieber noch mal nach und ließ sich geduldig den Stand im Streit um den Namen "Oberharz" erklären.

Nach Vorverfahren und der gescheiterten Mediation steht danach nun das gerichtliche Hauptverfahren ins Haus, informierte Oberharz-Stadtchef Andreas Flügel.

Er hatte den Chef des Nachbarbundeslandes im Elbingeröder Rathaus begrüßt, zusammen mit Stadtratspräsident Rudolf Beutner, Landtagskandidatin Angela Gorr, der Bundestagsabgeordneten Heike Brehmer sowie dem Bürgermeisterkandidaten Reiner Mämecke (alle CDU) und weiteren Gästen aus nah und fern.

David McAllister deutete nur an, dass sich jeder denken könne, welche Position er als Niedersächsischer Ministerpräsident in dem anhaltenden Namensstreit wohl einnehme. "Aber ich wollte auch mal die andere Seite hören", sagte er und beließ es dabei.

Hauptsächlich sollte der Besuch ein Symbol der grenz-übergreifenden Zusammenarbeit sein und diesen oder jenen Impuls geben, hatte einleitend Angela Gorr die Visite eröffnet. Berührungspunkte wurden bei der grenzüberschreitenden Kinderbetreuung und für Schüler ebenso gesehen wie bei der durchweg als sehr gut eingeschätzten Zusammenarbeit im Nationalpark Harz und im Harzer Tourismusverband, wobei auch Unterschiede deutlich wurden: Während in Sachsen-Anhalt der Harz Haupttourismusgebiet sei, wie Michael Leja als Vertreter von Landrat Ermrich hervorhob, gehöre der Harz in Niedersachsen, so McAllister, immer zum Dreiklang von Küste/Heide/Harz.

Der Niedersachsenchef war dann der erste Besucher, der sich im Elbingeröder Rathaus ins Gästebuch der Stadt eintragen durfte und reiste weiter zur Baumannshöhle Rübeland.

Dort von Ortschef Uwe Anderfuhr (SPD) und Höhlenchefin Cathleen Hensel begrüßt, absolvierte McAllister einen Gang in die Höhle, bevor er sich nach einem Gespräch - u. a. über Blankenburg und die Welfen - verabschiedete und eine angenehm beeindruckte Gastgeberschar hinterließ.

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