Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen können in Blankenburg ein ganz spezielles Angebot wahrnehmen. Sie werden in einem Tagesförderzentrum fit gemacht, um ihren Alltag weiter selbstbestimmt zu meistern.

Blankenburg. Um Menschen mit körperlichen Behinderungen und Einschränkungen, beispielsweise nach einem Schlaganfall, weiterhin ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen, hat die Paritätische Gesellschaft für Sozialarbeit in Darlingerode/Oehrenfeld ein Tagesförderzentrum (TFZ) in Blankenburg eingerichtet. Seit Oktober vergangenen Jahres werden dort 17 Frauen und Männer im Alter von 28 bis 62 Jahren aus dem gesamten Harzkreis umfangreich betreut. Sechs pädagogische und therapeutische Mitarbeiter sowie sieben ambulante Therapeuten stehen ihnen in den modernen Räumen an der Lindestraße zur Verfügung.

"Sie bekommen Unterstützung, um ihr Leben zu managen", sagt TFZ-Leiter Friedemann Berendt. So bekommen beispielsweise Schlaganfallpatienten Sprechtraining. Oder lernen wieder ganz alltägliche Dinge wie Laufen, Busfahren, Einkaufen und selbständiges Kochen. "Diese Förderung ist so ausgerichtet, dass unsere Teilnehmer weiterhin in ihrem häuslichen Umfeld wohnen können, aber die Angehörigen wesentlich entlastet werden", erläutert Geschäftsführerin Silvia Grahn, die dieses Modell jetzt dem Landtagsabgeordneten Dr. Ronald Brachmann (SPD) vorstellte.

Denn: "Unserer kleiner Bereich Tagesförderung stößt an seine Kapazitätsgrenze", so Silvia Grahn, die bei dem Landespolitiker um eine Ausweitung des Rahmenvertrages warb. "Uns geht es dabei nicht darum, mehr zu bekommen, sondern Menschen mit Behinderungen eine adäquate Hilfe anzubieten. Und die Tagesförderung schließt eine große Lücke." Aktuell gebe es nur noch drei freie Plätze in der Einrichtung, obwohl dieses Angebot noch gar nicht flächendeckend publik gemacht wurde.

Nach einem Rundgang durch die Einrichtung erklärte Brachmann, dass es entgegen dem derzeitigen Verhandlungsstand doch wesentlich mehr Bedarf für solch eine Tagesförderung gebe. "Aufgrund der veränderten Bedürfnisse muss es eine Fortschreibung geben. Nicht jeder, der Hilfe bedarf, muss eine Rundumbetreuung haben", so der Politiker.