Dem Thema Mythos Walpurgis widmen sich derzeit sechs Magdeburger Studenten im Wernigeröder Harzmuseum. Unter der Anleitung von Dr. Uwe Lagatz bereiten sie dort eine Ausstellung zur Geschichte der Walpurgisfeiern vor. Die Eröffnung ist für den 28. April geplant.

Wernigerode. "Hier könnten wir die Harzsage platzieren", sagt Josefa Müller und zeigt auf eine Wand im Harzmuseum. Die anderen Studenten nicken. "Damit werten wir die Ecke auf." - "Wie wäre es mit der Walpurgisszene?", schlägt Museums-Chefin Silvia Lisowski vor. "Schließlich hat damit das ganze Theater angefangen." Dr. Uwe Lagatz zustimmend: "Ich mag den Goethe zwar nicht, aber das ist eine gute Idee."

Seit gut zwei Wochen haben die Magdeburger Studenten "ihr Domizil" im Harzmuseum aufgeschlagen. "Wir bereiten hier eine Ausstellung zur Geschichte der Walpurgisfeiern vor", sagt Steffen Schenk. Seit Tagen recherchieren die jungen Leute in alten Büchern, sichten historische Dokumente, Gemälde und Stiche, stellen Wandtafeln zusammen, wählen Exponate aus. "Dieses Projekt ist ideal für meine Studenten", so Uwe Lagatz, Geschichtsdozent an der Otto-von-Guericke-Universität. "Ein wunderbares Praxisfeld, in dem sie umsetzen können, was sie zuvor theoretisch im Seminar erarbeitet haben." Und die Magdeburger haben sprichwörtlich schon richtig Feuer gefangen.

"Das Thema ist unheimlich spannend", sagt Steffen Schenk. "Ich finde es faszinierend, dass die Menschen früher so abergläubisch waren und Angst vor dem Brocken hatten, weil sie glaubten, dass dort Hexen und Teufel ihr Unwesen treiben. Sie haben fest daran geglaubt." Seine Projektpartnerin Josefa Müller interessiert besonders der Wandel vom Mythos zum kommerziellen Tourismus. "Wir wollen den Besuchern der Ausstellung zeigen, dass die Walpurgisfeiern einen geschichtlichen Hintergrund haben - und es nicht nur ums Tanzen und Trinken geht." Bei ihren Recherchen haben die Studenten interessante Details entdeckt - z. B. den ersten schriftlichen Nachweis des Walpurgismythos\' in der "Hercynia Curiosa" von 1703 und ein Kupferstich aus dem frühen 18. Jahrhundert, der fliegende Hexen auf dem Blocksberg zeigt.

Erster schriftlicher Nachweis von 1703

Am 28. April, also kurz vor den Walpurgisfeierlichkeiten, soll die Ausstellung mit dem Titel "Mythos Walpurgisnacht - eine historische Spurensuche" eröffnet werden. Noch viel zu tun für die Gruppe um Steffen Schenk und Josefa Müller. "Wir müssen einen Flyer entwerfen, Einladungen und die Eröffnungsrede vorbereiten." Tatkräftige Unterstützung erhalten sie von den Mitarbeitern des Harzmuseums. "Unserem Haus tun diese Impulse von außen sehr gut", sagt Silvia Lisowski. "Die Zusammenarbeit macht mir Spaß." Auch Uwe Lagatz ist begeistert vom Eifer seiner Studenten. "Sie sind mit ganzem Herzen dabei, engagieren sich übers normale Maß hinaus. Ich freue mich wirklich auf die Ausstellung."Übrigens