Wernigerode. Dicke Schlammbrocken bedecken die Straße zwischen Brauerei und B 6-Auffahrt Wernigerode-Nord. Ein Mann mit orange-farbenen Warnweste versucht, mit einer Schaufel die Straßendecke zu säubern. Hinter ihm ein blauer Lkw samt weißem Sattelauflieger - die ukrainischen Nationalfarben blau und gelb auf der Rückwand verkünden die Herkunft des Gespanns. Schlammklumpen tropfen die Radkästen der Zugmaschine herunter. Die Frontschürze ist unterhalb der Beleuchtung eingebeult. Das B 6-Teilstück zwischen Ortsausgangsschild Wernigerode und der Auffahrt zur Ausbaustrecke ist gestern zwischen 8.30 und 11 Uhr voll gesperrt, einzig ein großer Abschlepp-Lkw bahnt sich den Weg am Polizeiauto vorbei zur Unfallstelle.

Es ist gegen 16.10 Uhr am Vortag, als der Brummifahrer vom Industriegebiet aus in Richtung B 6 fährt. Nicht einmal einen Kilometer hinter dem Ortsausgangsschild ist die Fahrt bereits beendet. Aus noch unbekannter Ursache rutscht der mit Dachziegeln beladene Sattelzug rechts in den Straßengraben. Dort bleibt der Lkw bis gestern früh liegen.

Nicht der erste Unfall an dieser Stelle, wie ein Mitarbeiter des Abschleppdienstes weiß. "Warum fahren eigentlich immer hier die Leute in den Graben? Hier ist doch nichts", fragt er die umstehenden Polizeibeamten. Der mittlerweile aus dem Graben gezogene Lkw ist nicht mehr fahrtüchtig. "Der Bremskraftverstärker ist von einem Baumstumpf beschädigt worden", erklärt ein Beamter an der Unfallstelle. Der Sachschaden wird auf etwa 1000 Euro geschätzt. "Da ist er glimpflich davon gekommen", sagt der Mitarbeiter vom Abschleppdienst. Dessen Arbeitslohn bezahlen kann der ukrainische Fahrer nicht - so viel Bargeld hat er nicht dabei. "Bis das geklärt ist, bleibt der Lkw auf unserem Hof."

Wer die Reparatur, Bergung und Kosten für die Instandsetzung des Grabens übernimmt, kann der Unfallfahrer übrigens am heimischen Küchentisch klären: Seine Ehefrau ist die Chefin des Speditionsunternehmens.

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