Elbingerode (gbr/bfa). Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Oberharz am Brocken haben morgen unter drei Bewerbern den ihrer Meinung nach besten Mann für das Bürgermeisteramt zu Wählen.

Das fällt vielfach schon nicht leicht. Wie schwer müssen es die Wähler da einst im Jahre 1903 in Elbingerode gehabt haben? In jenem Jahr gingen 79 Bewerber aus ganz Deutschland für das Amt des Bürgermeisters an den Start.

Vor 108 Jahren war Apotheker Otto Hanff Bürgermeister von Elbingerode, und zwar seit 1892. Aus familiären und beruflichen Gründen wechselte er im Frühjahr 1903 seinen Wohnsitz nach Blankenburg, ver-kaufte zuvor noch die Elbingeröder Ratsapotheke an Apotheker Krönke aus Stade und bereitete die Neuwahl vor.Bis zum 1. März 1903 bewarben sich 79 Herren der verschiedensten Berufsstellungen. Meist waren es pensionierte Offiziere, aber auch Juristen und Pädagogen. Sechs kamen in die engere Wahl.

In einer vertraulichen Sitzung der Städtischen Kollegien wurde schließlich am 20. März Referendar Hans Obst aus Berlin auserwählt und zur Probe bis Jahresende eingestellt. Doch das war ein Fehler. Der für Elbingerode zuständige Kreisausschuss des Landkreises Ilfeld bestätigte die Wahl nicht. Der Grund: Das Ortsstatut ließ gar kein Probejahr zu. So kam es am 12. Mai 1903 im Magistrat und Bürgervorsteherkollegium zu einer Neuwahl. Gewählt wurde der Magistratssekretär Eugen Stawitz aus Altona bei Hamburg, und zwar laut Statut gleich für zwölf Jahre.

Am 25. Mai 1903 wurde diese Wahl von der königlichen Behörde genehmigt. Am 15. Juni wurde Stawitz vom königlichen Landrat Doetinchen in sein Amt eingeführt. Später wurde er auch zum Standesbeamten des Standesamtbezirkes Elbingerode berufen sowie Mitglied des Kreistages Ilfeld und auch Vizelandrat. Denn per Gesetz war damals der Bürgermeister von Ilfeld immer auch der Landrat und der Bürgermeister von Elbingerode stets dessen Stellvertreter.