Der aus Bamberg stammende Schauspieler Stephan Bach war mit einer szenischen Lesung zu Gast in Ilsenburgs Stadtbibliothek. Dort las er aus der Reihe "Das magische Baumhaus" die Geschichte des "Verzauberten Spukschlosses". Einige Kinder waren der Aufforderung gefolgt und erschienen zum Thema passend verkleidet. Der Auftritt wurde von Schülern der 8. Klasse der Goethe-Sekundarschule mitgeschnitten und soll demnächst im Offenen Kanal gezeigt werden.

Ilsenburg. Drangvolle Enge herrscht am Freitagabend in der Bibliothek. Dort ist der Bamberger Schauspieler Stephan Bach (46) zu Gast. Der studierte Politik- und Geschichtswissenschaftler, der nie seine Affinität zur Schauspielerei verloren hat, liest aus der Reihe "Das magische Baumhaus". Davon gibt es inzwischen über 40 Bände. In diesem Fall präsentiert er vor Eltern und 35 frisch gekürten "Lese-Kaisern" die Geschichte "Das verzauberte Spukschloss". Als "Lese-Kaiser" werden Mädchen und Jungen ausgezeichnet, die nachweislich zehn Bücher gelesen haben.

Die Geschichte führt ins England des Mittelalters: Zwei Kinder reisen mit einem magischen Baumhaus in vergangene Welten, um dort spezielle Aufgaben zu erfüllen. Passend zum Thema sind einige der Kinder der Aufforderung von Bibliotheks-Chefin Angelika Jana gefolgt und lauschen verkleidet dem ebenfalls im Kostüm auftretenden Erzähler. Unter den Leseratten findet sich auf diese Weise ein Ritter oder Burgfräulein ebenso, wie ein Gespenst und eine Prinzessin.

"Lese-Kaiser" sorgen für Wind und Donner

Stephan Bach gelingt es lesend, aber nicht zuletzt durch das Nachahmen von Geräuschen, die Kinder derart zu fesseln, dass sie binnen kürzester Zeit alles um sich herum vergessen. Der eine oder andere wird in das Geschehen auch direkt mit einbezogen: ob bei der akustischen Erzeugung von Wind, Donner oder einem täuschend echt klingenden Türenquietschen.

Die szenische Lesung ist von fünf Schülern der achten Klasse der Ilsenburger Sekundarschule aufgezeichnet worden. In den nächsten Tagen entsteht aus dem Filmmaterial im Offenen Kanal in Wernigerode eine DVD über die Veranstaltung. Diese soll dann auch mehrfach ausgestrahlt werden. Ein Sendetermin stehe allerdings noch nicht fest, so Angelika Jana.

Die abendlich Lesung wird mit einem Rundgang durch die inzwischen finsteren Räume der Bibliothek mit Taschenlampen abgerundet.

Von den bis vor zwei Jahren noch angebotenen "Lesenächten", die mit einer "Übernachtung zwischen den Bücherregalen" endeten, haben die Ilsenburger mittlerweile Abstand genommen. Dafür sei den Mitarbeitern irgendwann der Aufwand zu groß geworden.

Morgen Abend um 18.15 Uhr sollen auf der nächsten Zusammenkunft des Fördervereins der Stadtbibliothek mit seinen 28 Mitgliedern weitere Vorhaben für das laufende Jahr abgestimmt werden. Termine für nächste Lesungen in der Marienhöfer Straße stehen derzeit noch nicht fest, so Angelika Jana.

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