Wernigerode (he). Beim Schwimmen werden die Gelenke geschont - das macht es zum idealen Sport für unseren Leser Dieter Möbius. Der Darlingeröder hat eine Behinderung am Knie. Im vergangenen Jahr ging er regelmäßig zweimal pro Woche um sieben Uhr morgens in die Wernigeröder Schwimmhalle - und war "inklusive Duschen und Anziehen nach nur einer Stunde wieder draußen", wie er berichtet.

Nach einer Operation wollte Dieter Möbius Anfang März wieder mit dem Schwimmen anfangen. "Sehr überrascht war ich, als mir die freundliche Mitarbeiterin sagte, ab diesem Jahr seien die Eintritts-preise gestiegen", so der Darlingeröder, der statt der gewohnten 1,50 Euro pro Stunde, nunmehr drei Euro für eine Stunde Schwimmen habe zahlen müssen. "Ist im Interesse jener Gäste, die - zum Teil aus therapeutischen Gründen - mehrmals pro Woche für nur eine Stunde schwimmen, nicht eine Preisminderung angebracht?", fragt er.

Die Harzer Volksstimme hakte bei Ralf Schult, Leiter der Schwimmhalle Wernigerode und des Waldhofbades, nach. "Am 1. Februar trat eine neue Entgeltordnung in Kraft", bestätigte er zunächst. Statt 16 verschiedener Tarife gebe es jetzt nur noch vier: Erwachsene bezahlen drei Euro, Kinder 1,50 Euro, ermäßigt koste der Eintritt zwei und für Familien sechs Euro. "Wir wollten die Tarife einfacher, übersichtlicher und gerechter gestalten", so Ralf Schult. Deshalb seien die Grundpreise für Kinder und Erwachsene nicht oder nur geringfügig angehoben worden. Zudem sei die Befristung der Bade- und Saunazeiten entfallen. Jeder dürfe so lange bleiben, wie er möchte.

Aber was ist mit den aktiven Frühschwimmern? "Aufgrund unterschiedlicher Ansprüche ist es nur bedingt möglich gewesen, dass sich alle Nutzergruppen in der neuen Entgeltordnung wiederfinden", räumte der Badeanlagen-Chef ein.

Im zweiten Halbjahr aber sollen Ausschüsse und Stadtrat über eine entsprechende Ergänzung zur Entgeltordnung beraten - zugunsten von Frühschwimmern und speziell jenen, die das Angebot wie unser Leser Dieter Möbius mehr als einmal in der Woche nutzen. "Im zweiten Halbjahr 2011 wollen wir Vielbadern eine Jahreskarte anbieten", stellte Ralf Schult in Aussicht.