Das geschlossene Stapelburger Grenzmuseum wird erst im Frühjahr 2012 wieder öffentlich zugänglich sein. Bis dahin beabsichtigt der neue Pächter eine umfängliche Sanierung. Ein nicht unerheblicher Teil der Exponate wurde von der bisherigen Betreiberin Christine Leiste entnommen und dürfte damit künftig nicht mehr zur Verfügung stehen.

Stapelburg/Wernigerode. Für das seit etlichen Monaten geschlossene Grenzmuseum im Eckertal halten sich positive und negative Nachrichten in etwa die Waage.

Wie die neue Pächterin, die Geschäftsführerin des Wernigeröder Heureka Bildungsseminars Ingrid Albrecht, auf Nachfrage der Harzer Volksstimme gestern bestätigte, gilt dessen Wiedereröffnung 2011 als ausgeschlossen. Sehr viel wahrscheinlicher ist, dass die ersten Besucher des Kleinods unmittelbar an der einstigen innerdeutschen Grenze in genau einem Jahr begrüßt werden können. Ursprünglich hatte man damit bereits im Spätsommer diesen Jahres gerechnet. So jedenfalls Stapelburgs Ortsbürgermeister Hilmar Rasche vor einigen Wochen.

Bunkersanierung ist unumgänglich

Zum Museum gehört derzeit ein originaler Bunker, auf dem bis kurz nach der Wende noch ein Beobachtungsturm der Grenztruppen gestanden hatte. Als weithin sichtbares und damit höchst unbeliebtes Symbol der Teilung wurde er seinerzeit abgerissen. Ein Schritt, der im Nachhinein nicht nur von zahlreichen Stapelburgern bereut wird.

Da die enge Bunkeranlage seit Jahren Nässeschäden aufweist, muss das Problem noch im laufenden Jahr dringend behoben werden. Ingrid Albrecht bestätigte vor diesem Hintergrund, dass nach dem Abtragen der Erdschicht eine Isolierung vorgenommen wird. Zudem muss auch die desolate Baracke saniert werden. In dieser befanden sich mit den Uniformen, Orden oder auch Alltagsgegenständen der DDR bisher die meisten Ausstellungsstücke. Auch dafür will sie die nächsten zwölf Monate nutzen. Klar ist schon jetzt, dass ein nicht unerheblicher Teil der Exponate aus dem Privatbesitz der vorherigen Pächterin stammt. Diese sind bereits im Vorfeld der Schließung von Christine Leiste entnommen worden und stehen damit nicht mehr öffentlich zur Verfügung. Eine Bestandsaufnahme, was denn genau übrig geblieben ist, stehe seitens "Heureka" noch aus.

Interesse an dem "Projekt Grenzmuseum" hatten außer der Universität Braunschweig auch Schulen in Osterwieck, Ilsenburg sowie Wernigerode signalisiert. So gesehen werden Schüler und Studenten gemeinsam das Vorhaben im Sinne der Geschichtsaufarbeitung wissenschaftlich begleiten. Mit den eigentlichen Bauarbeiten kann erst im Juli begonnen werden, so Albrecht. Noch nicht spruchreif ist, ob es über Stiftungen andernorts gelingt, einen originalen Grenzturm oder einen Nachbau an gleicher Stelle wieder zu errichten. Dazu seien aber erste Kontakte geknüpft.

 

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