Wernigerode. "Wir wollten zum einen die Besucher ein bisschen auf die Probe stellen, aber bei einigen Dingen wussten wir wirklich selbst nicht, wozu sie einst dienten", meinte eine sichtlich zufriedene Silvia Lisowski.

Die Chefin des Harzmuseums war regelrecht begeistert von der Resonanz der Besucher zur neunten Auflage des Wernigeröder Museumsfrühlings. Besonders freute sie sich, dass sich soviele Menschen um einen Tisch im Harzmuseum versammelten und rätselten, wozu die dort gezeigten Geräte wohl einst verwendet wurden.

Schier unglaublich für die Museumschefin: Der Wernigeröder Christian Reinboth hatte spontan einen Internetblog eingerichtet, auf dem bis gestern Morgen wohl schon 600 Zugriffe registriert wurden. Und mehr als 20 Kommentare von Museumsfans. "Am erstaunlichsten fand ich, dass dort jemand sogar eine genaue Erklärung unserer kuriosen Mausefalle eingestellt hat", so Silvia Lisowski, die allen Mitstreitern und Helfern in den Wernigeröder Museen dankte, die auch die neunte Auflage zu einem vollen Erfolg werden ließen.

Denn ob auf dem Museumshof "Ernst Koch" in Silstedt, dem Schulmuseum in Benzingerode oder dem Flugzeugmuseum: bis in den späten Nachmittag hinein herrschte bei strahlendem Sonnenschein ein Kommen und Gehen. Richtig eng wurde es beispielsweise in der Steingrube am Feuerwehrmuseum, wo Bernd Zieprich gleich mit einer ganzen W-50-Flotte, Baujahr 1983, angerückt war: einem TLF 16, einem LF 16 und einer Drehleiter. "Das TLF war Schrott. Ich habe ein Jahr gebraucht, um es zu reparieren", so der Schierker, dessen ganzes Familienleben von der Feuerwehr geprägt ist. Sein Herz schlägt vor allem für die alten DDR-Maschinen. "So etwas muss man für die Zukunft erhalten. Schon jetzt sieht man so etwas nicht mehr überall", sagt er und fügt stolz an: "Und alles ist einsatzbereit."