Zu schnell, zu unkonzentriert, zu uneinsichtig und zu unwissend zeigen sich seit Wochen einige Lkw-, Auto- und Radfahrer in Hasserode. Sie machen nicht nur den Bauarbeitern das Leben schwer, sondern gefährden sich und andere. Das kritisieren Baufirmen und Stadtverwaltung und kündigen verstärkt Kontrollen an.

Wernigerode. Während die Kanalbauer auf der Friedrichstraße in sechs Kolonnen mit bis zu 16 Mitarbeitern und schwerer Technik zügig arbeiten, machen ihnen immer wieder unvernünftige Rad- und Autofahrer zu schaffen. Auch auf der Umleitungsstrecke zwischen Lüttgenfeldstraße und Pfälzergasse mehren sich Beschwerden über das Missachten der veränderten Vorfahrtsregelung sowie zu schnelles Fahren - teilweise sogar über die Gehwege hinweg.

"Wir müssen an die Vernunft der Verkehrsteilnehmer appellieren, auch im Interesse ihrer eigenen Sicherheit, sich an die veränderten Regelungen zu halten", so Steffen Hartmann, der die Großbaustelle an der Friedrichstraße überwacht.

Wernigerodes Ordnungsamtsleiter Gerald Fröhlich sieht besonders die Pfälzergasse als neuralgischen Punkt. Denn nicht selten wird dort im Gegenverkehr schneller als die vorgeschriebenen 30 km/h gefahren. "Diese Praktik ist nicht nur unzulässig. Sie gefährdet Fußgänger und Schulkinder", so der Amtsleiter. Würden sich die Autofahrer an Tempo 30 halten, gebe es keinerlei Probleme, im Gegenverkehr aneinander vorbeizufahren. Doch was ist, wenn zum Beispiel ein Bus oder ein Transporter diese engen Stellen passieren? "Dann ist nach dem Befahren des Gehwegs anzuhalten. Erst wenn das entgegenkommende Fahrzeug diesen Bereich passiert hat, darf die Fahrt fortgesetzt werden", erklärt Fröhlich, der allen Autofahrern dringend den Paragrafen 1 - "Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme" - ins Gedächt- nis ruft.

Diese gelte aber auch für Radfahrer, die oft entgegengesetzt zur Einbahnstraße die Lüttgenfeldstraße und Mönchstieg stadteinwärts fahren und sowohl sich, als auch andere in Gefahr bringen. Gesichtet wurden auch schon unbeleuchtete Mountainbikes und Autofahrer, die sich strikt an die Ansagen ihres Navigationsgeräts hielten - und mitten in die Baustelle fuhren. "Einige kennen einfach die Verkehrszeichen nicht", hat auch Bauamtsmitarbeiterin Dagmar Tietz erleben müssen. In Abstimmung mit der Polizei werde es im Umleitungsbereich verstärkt Geschwindigkeitskontrollen geben, kündigt Gerald Fröhlich an. Kontrolliert werde aber auch die zulässige Tonnage von Lkw, die immer wieder die Beschränkung auf 3,5 Tonnen missachten würden.

Wie Dirk Sauerhering, zuständiger Sachgebietsleiter vom Landesbaubetrieb, erläutert, liegen die Arbeiter mit dem Kanalbau im Plan. Probleme gebe es derweil mit den Hausanschlüssen, da bereits vorhandene Leitungen im unterirdischen Bereich gequert werden müssen. "Solche Arbeiten sind schwer zu planen. Noch sind wir aber im grünen Bereich", so Sauerhering, der optimistisch ist, auch diese Arbeiten bis zum Ende der Vollsperrung in knapp fünf Wochen beenden zu können.

Laut Sauerhering funktioniere die Abstimmung mit den Stadtwerken, der Verwaltung und den Firmen vor Ort sehr gut. Auch mit den Gewerbetreibenden stehe man persönlich in Kontakt. "Das hat sich eingespielt", versichert Steffen Hartmann.

Eine längere Pause wird es wegen des engen Zeitplans trotzdem geben: "Zu Ostern werden wir die Baustelle sichern. Von Karfreitag bis Ostermontag ist Ruhe!"Übrigens