Mehr als 150 Feuerwehrleute kämpften Montagabend gegen ein Feuer im Wald bei Elend. 1,5 Hektar wertvolle Forstkultur sind weitestgehend ver- nichtet, Ursache unklar. Als Auswertung rät die Feuerwehr, über Staustufen und Löschteiche im Wald nachzudenken.

Elend. Es ist Montagabend. Nationalparkmitarbeiter An-dreas Bressel ist gerade auf dem Heimweg, als er gegen 17 Uhr bei Elend in die Wietfelder Straße Richtung Tanne einbiegt. Plötzlich riecht es nach Rauch, dann sieht er ihn auch schon über den Bäumen.

Bressel kehrt sofort um, fährt zur Försterei Elend und informiert Revierförster Andreas Drube, beide schlagen Alarm. Kurze Zeit später ist die Feuerwehr Elend als erste vor Ort und nimmt den Kampf gegen das Waldfeuer auf. Es folgen die Wehren von Elbingerode, Tanne/Sorge, Benneckenstein, Königshütte, Hasselfelde, auch aus Braunlage, Hohegeiß und Clausthal-Zellerfeld (Samtgemeinde Oberharz). Insgesamt rücken etwa 150 Feuerwehrleute den Flammennestern zu Leibe und haben ein Problem: Nicht genug Wasser vor Ort.

Auf\'m Nachhauseweg das Feuer entdeckt

Kameraden der Feuerwehren Braunlage und Königshütte beginnen daraufhin, eine Wasserversorgung über etwa zwei Kilometer Entfernung aufeinander zu zu bauen. Es gelingt. Mit drei Pumpwerken wird Wasser aus dem Fahnen- und dem Spielbach angesaugt. Das Feuer wird unter Kontrolle genommen.

Es braucht aber noch etliche Stunden, bis 22.30 Uhr, um auch die letzten Glutnester zu löschen und alle Gerätschaften wieder abzubauen. Stadtwehrleiter Oberharz und Einsatzleiter Dirk Czekay informiert über das Geschehen. Die Forst stellt eine Brandwache für die Nacht auf. "Wir haben etwa 1,5 Hektar einer fünf Jahre alten Forstkultur verloren, der finanzielle Schaden liegt bei etwa 6000 Euro", so Joachim Bauling, Chef des Forstbetriebes Oberharz: "Es war ökologisch wertvoller Wald-Buche, Douglasien, Lärchen, Fichten - ein Mischwald, wie wir ihn eigentlich immer haben wollen."

Über Löschteiche im Wald neu nachdenken!

Besonders ärgerlich sei, so Andreas Drube, dass es diese aufgearbeitete Windbruchfläche traf. "Wir hatten alles mit viel Aufwand bepflanzt, gehegt, die Kultur gedieh", so Drube.

Als Brandursache wird von allen Seiten Fahrlässigkeit vermutet, Brandstiftung nicht ausgeschlossen. Wahrscheinlich habe jemand eine glühende Zigarettenkippe achtlos weggeworfen, heißt es.

"Wir als Forstbetrieb danken allen Feuerwehren für diesen schnellen, professionellen Einsatz, so wurde Schlimmeres verhindert", sagt Drube. Und Stadtwehrleiter Czekay regt an, die Praxis, aus Naturschutzgründen auf Bach-Staustufen und Löschteiche im Wald weitestgehend zu verzichten, neu zu überdenken.