Einen tollen Empfang bekam die neue Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Ilsenburg, die am Freitagabend vor das Gerätehaus rollte. Kameraden der Wehr hatten das neue Schmuckstück aus Karlsruhe abgeholt.

Ilsenburg. Einen solchen Empfang erlebte im vergangenen Jahr nicht einmal das neue Tanklöschfahrzeug der Wehr: Funkensprühende Pyrotechnik am Wegesrand leitete die neue Drehleiter der Ilsenburger Brandschützer auf ihren letzten Metern zum Gerätehaus. Dort hatten sich fast alle Angehörigen der Wehr sowie Bürgermeister Denis Loeffke getroffen, um das letzte fehlende Teil des Fuhrparks der Feuerwehr zu begrüßen.

Das Fahrzeug wurde direkt vom Hersteller aus Karlsruhe abgeholt. Die Anreise erfolgte schon zu Wochenbeginn, da fast alle Maschinisten im Werk der Firma Metz an ihrem künftigen Arbeitsgerät geschult wurden. Da mussten zwar wieder einige Urlaubstage geopfert werden, aber eine solche Ausbildung ist nach Ansicht der Fachleute intensiver und somit effektiver.

Auf dem Weg in Richtung Baden-Württemberg wurde der "Leihwagen" - die bisherige Ersatzdrehleiter - wieder nach Kassel zurück gebracht. Sie war nach dem Unfall mit der bisherigen Ilsenburger Drehleiter im vergangenen Jahr (Volksstimme berichtete) den Harzern ausgeliehen worden.

"Entscheidung bereits vor Unfall"

Die am Freitag in Ilsenburg eingetroffene Drehleiter ist ab sofort einsatzbereit. Bevor sie aber im Gerätehaus abgestellt wurde, ist sie getauft worden. Diese Zeremonie wurde Denis Loeffke übertragen. Er goss eine Flasche Sekt über einen Reifen. Und nicht nur Ilsenburgs Bürgermeister hoffte in diesem Moment, dass dem neuen Fahrzeug das Schicksal der nun verschrotteten alten Leiter erspart bleibt.

Ganz so neu wie es den Anschein hat, ist die Leiter aber nicht. "Aus finanziellen Gründen mussten wir uns für ein gebrauchtes Modell entscheiden. Diese Entscheidung war übrigens bereits vor dem Unfall mit der alten Drehleiter erfolgt, denn die hatte ja schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel und war mehr kaputt als einsatzbereit", erklärte Loeffke.

Die Fahrt nach Ilsenburg war mit einigen Problemen verbunden. Diesmal gab es zwar keinen Pkw-Brand auf der Autobahn, wie beim Abholen des Tankers im vergangenen Jahr, sondern die Kameraden standen auf der Rücktour im Stau. Die Drehleiter ist buchstäblich von der Osterferien-Reisewelle überrollt worden. Die anfangs geplante Ankunftszeit von 17.30 Uhr verschob sich deshalb um gut drei Stunden, so dass es erst gegen 20.30 Uhr im Gerätehaus der Ilsestadt Grund zum Jubeln gab.

Das neue Auto kostete etwas mehr als eine Viertelmillion Euro, wiegt 14 Tonnen, hat eine Arbeitshöhe von 32 Metern. Zwei Feuerwehrleute können im Korb arbeiten, an diesem kann schnell eine Trage montiert werden. Und ein Anschluss für einen Wasserwerfer ist ebenfalls vorhanden.

 

Bilder