Das Modell des Halberstädter Doms ist im Miniaturenpark "Kleiner Harz" enthüllt worden. Viele Besucher zeigten sich am Wochenende begeistert. "Genau wie das Original, bloß 25 Mal kleiner", so ein staunenden auch Domkustos Thomas Labusiak.

Wernigerode. 250 Jahre dauerte es, bis der Dom St. Stephanus und St. Sixtus, so wie er heute in Halberstadt zu bewundern ist, fertig gestellt wurde. 1236 begannen die Arbeiten, 1491 erfolgte die Schlussweihe des Bauwerks, das wie aus einem Guss erscheint.

Seit Sonnabend hat das imposante Gebäude einen Bruder im Miniaturenpark "Kleiner Harz". In dem 3,80 Meter hohen, 4,70 Meter langen und 2,20 Meter breiten Modell stecken zwar "nur" drei Jahre Arbeitszeit, aber nicht minder viel Fleiß und Ehrgeiz.

Zu feierlichen Enthüllung waren 200 Besucher in den Park geströmt. Jeder wollte einen Blick auf das Modell werfen, das sogar wie sein Vorbild läuten kann.

Eine der mehr als 50 Helferinnen und Helfer, die den Mini-Dom über die Jahre mit viel Mühe aufgebaut haben, ist Manuela Zorn. Die 35-Jährige war bis 2007 arbeitslos, dann kam ihre Chance.

"Ich bin zum Arbeitsamt gegangen und habe direkt nach dem Projekt gefragt", erzählte sie. "Diese Arbeit macht so einen Spaß! Schade, dass es vorbei ist." Ihrer Kollegin Inka Nebel ging es ähnlich. Auch sie hat das Modellbau-Fieber gepackt. "Man wird selbst immer penibler, je länger man dabei ist", berichtete die gelernte Arbeiterin einer Baumschule. 55 000 Arbeitsstunden stecken in dem aufwändig gefertigten Modell. Oberbürgermeister Peter Gaffert und sein Halberstädter Amtskollege Andreas Henke zeigten sich sichtlich beeindruckt von der neuen Attraktion. "Dieses Modell zeigt auch die Verbundenheit Wernigerodes mit unserer neuen Kreisstadt. Eine bessere Werbung für den Harz auf kleinstem Raum gibt es nicht", lobte Gaffert den Miniaturenpark in seiner Eröffnungsrede.

Auch der Kustos des echten Doms, Dr. Thomas Labusiak, war verblüfft, wie präzise Details eingehalten wurden. "Das Modell war sogar schneller als das Original", staunte er. "Während die Tabernakelfiguren am Mini-Dom schon fertig waren, wurden die Originale noch restauriert."

Marlies Ameling, die Geschäftsführerin der Park & Garten GmbH, gratulierte den beiden Oberbürgermeistern: "Jetzt hat jeder seinen eigenen Dom!", und sorgte damit für Lacher.

Bis 2012 sollen übrigens weitere Sehenswürdigkeiten aus dem West-Harz im "Kleinen Harz" hinzukommen; beispielsweise das Goslarer Rathaus im Maßstab 1:25 gebaut.

 

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