Drei Wernigeröder Schützenvereine wollen im nächsten Jahr erstmals ein gemeinsames großes Fest feiern. Nach mehreren Anläufen wurde am Freitag ein Verein gegründet, unter dessen Regie die Veranstaltung vorbereitet und ausgerichtet werden soll.

Von Jörg Niemann

Wernigerode. In der über 500-jährigen Geschichte des Schützenwesens in Wernigerode soll im nächsten Jahr ein neues Kapitel aufgeschlagen werden.

Erstmals wollen drei Schützenvereine der bunten Stadt ein gemeinsames Fest organisieren. Delegierte aus Hasserode, Nöschenrode und Wernigerode haben deshalb jetzt den Verein "Stadtschützenfest Wernigerode" ins Leben gerufen.

Seit mehreren Jahren war die Möglichkeit eines gemeinsamen großen Festes von den Schützen diskutiert worden (wir berichteten). Denn rückläufige Besucherzahlen bei den vereinseigenen Schützenfesten und somit auch finanzielle Einbußen hatten die Vereine vor große Probleme gestellt. Dennoch wurden sich die Schützen lange nicht einig.

Im Herbst 2010 wurde auf Initiative von Markus Söchting ein neuer Start gewagt, und jetzt endlich Übereinstimmung erzielt. Es verging allerdings noch einige Zeit, bis ein Satzungsentwurf für die Gründung eines gemeinsamens Fest-Vereins erarbeitet und geprüft war.

"Es war vor allem unser Verein, der wegen des Festhaltens am Veranstaltungsort Anger das ganze Prozedere immer wieder verzögerte", bekannte Helgo Siegert, Chef der Wernigeröder Schützen. "Wir haben uns bislang nicht mit Ruhm bekleckert, aber im Leben müssen immer Kompromisse gefunden werden. Jetzt geht es darum, das Gemeinsame unserer Vereine in den Vordergrund zu stellen.

Veranstaltungsort für das große Schützenfest, das für das erste Augustwochenende 2012 (3. bis 5. August) avisiert ist, sei das Ochsenteichgelände, informierte Markus Söchting, der einstimmig zum Vorsitzenden des neuen Vereins gewählt wurde. "Es soll ein Volks- und Schützenfest mit vielen Überraschungen werden." Der Höhepunkt aus sportlicher Sicht werde die Proklamation der Stadtkönige sein. Aber hauptsächlich wollen die Schützen ein Fest für die Einwohner und Gäste der Stadt organisieren. "Wir planen, uns dabei weitgehend auf einheimische Unternehmer zu stützen. Wer hier seine Steuern bezahlt, der soll auch etwas verdienen", erklärte Söchting, der im Gegenzug auch auf die finanzielle Unterstützung der einheimischen Wirtschaft zählt.

Die Vereinsatzung ist im Übrigen so angelegt, dass sich künftig weitere Gemeinschaften dem neuen Wernigeröder Schützenfestverein anschließen können.Übrigens