Als Abenteuerspielplatz ungeeignet - als Trainingsstätte für Fußballer erst recht. Um so größer die Freude, als unmittelbar vor Ostern die Nachricht beim SV Fortschritt Veckenstedt eintraf, dass das Geld für die Sanierung des desolaten Fußballplatzes bewilligt wurde. Nach Saisonende im Juni soll mit den Arbeiten begonnen werden.

Veckenstedt. Ein Auswärtsspiel in Veckenstedt? Da rümpfen Kicker anderer Mannschaften üblicherweise die Nasen. Und das seit Jahrzehnten. Wohl wissend, auf einem "Acker" spielen zu müssen, auf dem vieles mehr dem Zufall überlassen bleibt, als dem spielerischen Können. Die Tore stehen versetzt, die Seitenlinien sind unterschiedlich lang, dementsprechend schief ist die Fläche für das Spielfeld.

Und Letzteres eignet sich wegen seiner Unebenheiten eher für eine riesige Mini-Golf-Anlage als zum Kicken. Selbst Ortsbürgermeister Uwe Lutz erinnert sich, dass er als Kind hier Fußball gespielt hat und sich schon damals über die Buckelpiste ärgerte. Er ist mittlerweile 62.

"Wir wollen hier nichts erneuern, wir müssen"

"Es geht nicht darum, dass wir den Sportplatz gern erneuern wollen, sondern wir müssen das tun!", so die Vereinsvorsitzende des SV Fortschritt, Monika Bollmann, unter Hinweis auf die zahlreichen Unfälle. Abgesehen vom nicht vorhandenen Standardmaß von 97 mal 63 Metern: "Bleibt es bei der jetzigen Situation, müssten wir bald die lange Fußballgeschichte in Veckenstedt begraben".

Die Kicker spielen seit drei Jahren in der Harzoberliga. Ursprünglich sollte ein daneben liegender zweiter Platz ausgebaut werden. Allerdings sind dort die Eigentumsverhältnisse nicht geklärt, erfuhr CDU-Landtagsmitglied Bernhard Daldrup bei einer Besichtigung. Das Vereinsheim wurde seit 2006 Schritt für Schritt saniert, jetzt also folgt der Platz.

Gerade hat das Landesverwaltungsamt signalisiert, dass der Zuschuss von 25 000 Euro bezahlt wird. Was fehlt, ist der Eigenanteil in derselben Höhe, die der Verein aufbringen muss. Wieviel man dafür gespart hat, wollte Bollmann nicht sagen. Die volle Summe sei es allerdings noch nicht. Anfragen bei Lotto-Toto sowie der Sparkassenstiftung seien auf den Weg gebracht.

Der Fußballplatz wird nicht nur von der 1. Männermannschaft, sondern auch von den Nachwuchsfußballern von A- bis G-Junioren genutzt. Hinzu kommen Schüler der Grundschule sowie des Landschulheims und sogar die Mädchen und Jungen vom Kindergarten. Dieser Umstand könnte die erhoffte finanzielle Unterstützung vom Land befördern, so Daldrup. Zumal auch sehr viele Kinder aus anderen Nordharzer Ortsteilen regelmäßig in Veckenstedt trainieren.