Für 75 000 Euro wird derzeit die St. Nicolaikirche saniert. Lange mussten die Silstedter warten, bis der Förderantrag bewilligt wurde. Bis Pfingsten soll das Dach stabilisiert und das marode zweite Obergeschoss repariert sein. Gottesdienste finden in dieser Zeit im benachbarten Pfarrhaus statt.

Silstedt. Die Kirche ist der Mittelpunkt der Menschen im Ort - sagen die Silstedter gern. Nur im Moment nicht - Gott-esdienste finden derzeit im Pfarrhaus statt. Taufen und Konfirmationen wurden kurzerhand in die Gotteshäuser der Nachbarorte verlegt. Die Dorfbewohner stört es kaum, Pfarrerin Katharina Hildebrandt ebenso wenig. Viel zu lange mussten die Silstedter auf die Sanierung ihrer über 1000 Jahre alten St. Nicolaikirche warten. Jetzt - nachdem die Förderung endlich bewilligt wurde - ist es soweit.

Seit Wochen ist das älteste Gebäude im Dorf einge-rüstet. Bauplanen und Staubschutzwände im Inneren verhindern, dass das Inventar verschmutzt oder gar beschädigt wird.

Risse in den Außenwänden, undichte Fenster, Nassfäule, Hausschwamm, durchgebogene Deckenbalken - die Mängelliste ist lang. Ein Betreten des Gotteshauses inzwischen sogar gefährlich. So musste die Eingangshalle mit Holzpfeilern abgestützt werden. Die größten Sorgen bereiten aber das Dach und das Obergeschoss. In einem ersten Bauabschnitt werden die Gebäudeteile für gut 75 000 Euro aufgearbeitet.

"Die Besonderheit ist, dass das Obergeschoss erst später aufgestockt wurde", erläutert Architekt Ulrich Rütjerodt. Die ursprüngliche Kirche sei kleiner gewesen. Die Baumeis-ter hätten sich im 17. Jahrhundert für eine billigere Variante entschieden. "Statt massivem Mauerwerk ein ausgemauertes Holzfachwerk", so der Experte. Das Problem: Im Laufe der Jahre drang dort und auch in den Fensterbereichen ungehindert Wasser ein. Dazu kommen erhebliche Statikprobleme. Wegen eines durchgebogenen Dachbalkens sind die Wände des Obergeschosses nach außen weggedrückt worden.

"Deshalb ersetzen wir das Fachwerk zum einen durch neue massive Wände", informiert Rütjerodt. "Zum anderen hängen wir den Balken mit einem Zugglied am Dachfirst auf, um diesen Bereich zu stabilisieren." Was das Ganze erschwert: Die Arbeiten können nur Stück für Stück erledigt werden. "Das neue Mauerwerk muss zum Beispiel erst aushärten, wir können es nicht sofort belasten." Dennoch soll der Bauabschnitt noch vor Pfingsten abgeschlossen sein.

Für den zweiten Abschnitt sei geplant, die äußere Schale der Kirche sowie die Vorhalle zu restaurieren. "Das kostet wohl weitere 100 000 Euro", schätzt Pfarrerin Katharina Hildebrandt. Wann diese Arbeiten beginnen, kann sie allerdings noch nicht sagen. "Das hängt davon ab, wann der Förderantrag dafür bewilligt wird."