Das Langelner Blasorchester besteht seit dem Wochenende 60 Jahre. Es gilt damit als das Älteste im Harz. Während am Sonnabend für geladene Gäste aufgespielt wurde, waren zum gestrigen Frühschoppen alle Blasmusikfreunde eingeladen. Der Musikalische Leiter Frank Schmidt wurde im Namen des Ministerpräsidenten durch Landrat Dr. Michael Ermrich mit der Ehrennadel des Landes Sachsen-Anhalt ausgezeichnet.

Langeln. Gestern Morgen 10 Uhr in der "Fichte": Einmarsch der "Gladiatoren". Vornweg die befreundeten Musiker von "Senju" aus Heudeber, danach die eigentlichen Jubilare und "Hausherren": Langelns Blasorchester. Ein Ensemble, welches es nun schon seit sechs Jahrzehnten gibt. Und mit Erwin Pieper und Walter Reißner sind sogar noch zwei Musikanten dabei, die seit der Gründung mitspielen. Eine wirklich seltene Konstellation weit über den Nordharz hinaus.

Und noch einer durfte gestern vom Moderator keinesfalls unerwähnt bleiben. Ganz vorn saß im Publikum gewissermaßen der Urvater und Gründer des Langelner Blasorchesters, Alfred Reißner mit seiner Lebensgefährtin.

Schwerstarbeit und ein Slalom für die Kellner

Nach dem Einmarsch der ersten Musikanten sollte es exakt 3,50 Minuten dauern, bis es die Ersten (Frauen) nicht mehr auf ihren Stühlen hielt. Sie stiegen einfach darauf und sangen und klatschten aus luftiger Höhe mit. Der Platz im Saal reichte fast nicht für alle aus - Schwerstarbeit und Slalomlauf für das Bedienpersonal. Und selbstverständlich auch für die Musiker. Hatten sie doch bereits am Sonnabendabend den Saal voller geladener Gäste zu unterhalten und am 1. Mai nach kurzer Nacht gleich wieder. Allerdings: wenn man schon mal 60 wird, darfs auch etwas anstrengender sein, als üblich.

Langelns Vereinsvorsitzender Rüdiger Giesecke mit kritischem Blick zwischen die Reihen von Notenständern: "Als Rentenanwärter sehen wir doch noch ganz frisch aus, oder?" Beifall im Saal. Mindestens einer sah aber wirklich noch besonders frisch aus: mit dem erst 6-jährigen Jacob Krosch (Schlagzeug) muss den Langelnern um ihren Nachwuchs nicht bange werden. Insgesamt sind es auch sechs blutjunge Musiker, auf die Giesecke in seiner Festrede stolz verweisen konnte. Und würde nur jedes zweite Kind aus der Kindertagesstätte tatsächlich den Weg zum Blasorchester finden (auf die Frage hatten alle unisono mit einem laut vernehmlichen "Ja" geantwortet), müssten sich die Verantwortlichen tatsächlich schleunigst Gedanken machen, wie sie die vielen neuen Instrumente dann bezahlen sollen.

In seiner Rede ging Giesecke auch auf die gemeinsam mit dem Langelner Geflügelzuchtverein genutzten Räumlichkeiten ein. Diese Zusammenarbeit zu gegenseitigem Vorteil klappe hervorragend: "Der eine macht die Musik, der andere sorgt dafür, dass alle seelig sind." Immerhin hatten die Geflügelzüchter die Verantwortung für die kulinarische Versorgung aus der Küche.

Mit dabei in der Schar der Gratulanten der aus dem Vogtländischen Adorf stammende Männergesangsverein "Reinhold Becker". Die Sänger verbindet eine langjährige persönliche Freundschaft mit dem Langelner Blasorchester, ähnlich wie jene zu den Musikern aus dem brandenburgischen Waldsieversdorf/Buckow.

Mit einer "Neuerung im Doppelpack" konnte Senju aufwarten. Neu im Team sind die beiden Silstedter Schwestern Saskia und Jana Försterling. Sie sangen sich mit den bekannten Standardtiteln auf Anhieb in die Herzen der sichtlich begeisterten Zuhörer im Saal.

   

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