Einen in vielerlei Hinsicht besonderen Gottesdienst gab es am Sonntagvormittag in Elbingerode. Die drei evangelischen Gemeinden sowie die Katholiken der Oberharzstadt feierten gemeinsam. Und das auch noch unter freiem Himmel im Naturbad.

Elbingerode. Die Kirche hat das Jahr 2011 zum "Jahr der Taufe" erklärt. In Elbingerode wurde dies von den Christen zum Anlass benommen, zusammen einen Taufgottesdienst zu feiern. Und es wurde ein Ereignis, über das in der Stadt auch außerhalb der christlichen Gemeinden noch lange gesprochen werden dürfte.

"Die drei Kirchgemeinden haben den Gottesdienst gemeinsam vorbereitet. Es war viel Arbeit, aber ich kann sagen, dass es sich gelohnt hat", erklärte gestern Ernst-Ulrich Wachter, Pfarrer der Elbingeröder Stadtkirche, der den Gottesdienst am Sonntag leitete.

Etwas mehr als 300 Gäste wurden dazu am Ufer des Naturbades der Oberharzstadt begrüßt. Sie kamen aus der Stadtkirche, der freikirchlichen Gemeinde sowie aus der Gemeinde im Mutterhaus Neuvandsburg. Auch einige Gottesdienstbesucher katholischen Glaubens wurden begrüßt. Katholische Würdenträger gestalteten den als ökumenisch angekündigten Gottesdienst nicht mit - dafür war einfach auch bei den Katholiken zu viel los. "Es war im Vorfeld aber so abgestimmt, dass ich allein predige. Zum einen hatten unsere Glaubensfreunde eine eigene große Veranstaltung und zum anderen wurde im Rom Papst Johannes Paul II. selig gesprochen. Das haben bestimmt auch viele Menschen im Fernseher verfolgt", erklärte Ernst-Ulrich Wachter.

"Kollekte geht zur Hälfte an Christen in Fukushima"

Der Gottesdienst selbst wurde anfangs von jungen Christen der Theatergruppe der Jungen Gemeinde gestaltet. Sie spielten passend zum Wochen-Evangelium die Auferstehung Jesu am See Genezareth nach. Eine bessere Kulisse als das Naturbad konnte in diesem Fall keine Kirche bieten.

Und das Bad selbst sollte noch einmal in den Mittelpunkt des Geschehens rücken, denn drei Täuflinge wollten an diesem Tag in die Gemeinschaft der Christen aufgenommen werden. Der jüngste machte dabei den Anfang. Es war der Sohn von Pfarrer Wachter, der sechsjährige Ernst-Wilhelm Wachter. Gemeinsam mit seinem Vater stieg er in das acht Grad kalte Wasser. Nach ihm wurden die 18-jährige Anne Preißler und der 20-jährige Ben Simon Montowski getauft. Selbst die Taufkerzen brannten am Altar für einen kurzen Moment gemeinsam, ehe sie der kühle Wind wieder ausblies.

Für die Gestaltung des Gottesdienstes sorgten nicht nur die Theatergruppe und die bereits in der gestrigen Volksstimme-Ausgabe erwähnten Bläser. Auch ein gemischter Chor aus den Kirchenchören der Stadt umrahmten würdig den Gottesdienst.

Bevor die Feierstunde endete und die Gläubigen sich der Kaffeetafel widmeten, wurde um eine Kollekte gebeten. "Die gesammelten 1025 Euro werden geteilt und gehen je zur Hälfte an eine evangelische Gemeinde in der japanischen Stadt Fukushima und an das Hospiz des Diakonie-Krankenhauses in Neustadt (Südharz)", so Wachter. Die Kontakte zur japanischen Gemeinde waren über das Mutterhaus zustande gekommen.

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