Für Waldbesitzer CorneliusMeyer-Stork gab es am Wochenende eine völlig neue Erfahrung. Der von der Harzer Volksstimme veröffentlichte Aufruf des Harzklubs, im Tänntal bei einer Baumpflanzung mitzuhelfen, war auf eine riesige Resonanz gestoßen. Mit über 40 Helfern war die Aktion bereits nach der Hälfte der veranschlagten Zeit beendet, weil bis dahin die jungen Bäume ausgegangen waren.

Drübeck/Ilsenburg. Auf einem kleinen Teil seiner 263 Hektar Wald waren im Tänntal Freiwillige zur Baumpflanzung gefragt. Dazu hatte am Wochenende der Ilsenburger Harzklub-Zweigverein aufgerufen. Die Rede ist vom besonders steilen und extrem vom Borkenkäferbefall betroffenen Halberstädter Berg. Besitzer Cornelius Meyer-Stork: "Zum Glück haben die Schäden in den letzten Jahren abgenommen. Wir haben nicht mehr diese Kahlflächenentwicklung." Deshalb sei er derzeit mit der Wiederaufforstung beschäftigt. Von der Resonanz auf besagten Aufruf zeigte sich der Waldbesitzer schlicht überwältigt: "Sonst hatten wir meist nur zehn oder 15 Freiwillige." Am Sonnabend waren es aber über 40 - die Jüngsten gerade einmal sechs. Der Älteste stand kurz vor seinem 77. Geburtstag, den Klaus Oppermann am Montag feierte.

Jüngster Helfer ist erst sechs Jahre alt

Angepflanzt wurden vor allem Laubgehölze wie Traubeneichen, Buchen, Bergahorn und zudem einige Tannen. Um dem Verbiss durch Tiere vorzubeugen, musste der Steilhang noch eingegattert werden - "ein zugegebener Maßen nicht ganz billiges Unterfangen", so Meyer-Stork. In diesem Bereich hätten sich im Winter bis zu 40 Stück Rotwild aufgehalten.

An jenem Morgen sei er "direkt etwas überfordert gewesen", räumte der Forstwirt unumwunden ein. Das erforderte ein ständiges Improvisieren mit dem wenigen vorhandenen Werkzug. Zum Glück hätten einige das Passende von zu Hause mitgebracht. Zusätzlich zu den Harzklub-Mitgliedern, hatte sich auch Ilsenburgs Evangelische Kirchengemeinde an diesem Arbeitseinsatz beteiligt. Das Ganze übrigens bei besten äußeren Bedingungen. Selbst Drübecker, die von dem Forstwirt ihr Brennholz beziehen, machten sich mit am Steilhang zu schaffen.

Diese Aktion wurde bereits zum vierten Mal veranstaltet. Zum Abschluss musste die versprochene Suppe sogar in zwei Schichten gegessen werden. Und weil auffallend viele Eltern ihre Kinder mitgebracht hatten, wurde kurzerhand noch Eis geordert. Meyer-Stork: "Gerade für die Kleinen war das pädagogisch außerordentlich wertvoll, sie in so eine Pflanzung bewusst mit einbezogen zu haben."