Neuer Vorsitzender des Kuratoriums des Ilsenburger Schlosses ist seit gestern der 43-jährige Fürst Philipp zu Stolberg-Wernigerode. Dieses Amt hatte bislang dessen Mutter, Maria Fürstin zu Stolberg-Wernigerode, inne. Sie bleibt jedoch Vorsitzende des Fördervereins.

Ilsenburg. Das Kuratorium des Ilsenburger Schlosses wählte gestern in Ilsenburg den 43-jährigen Fürst Philipp zu Stolberg-Wernigerode einstimmig zu seinem neuen Vorsitzenden. Er löst damit seine Mutter, Maria Fürstin zu Stolberg-Wernigerode, ab. Die Wahl war am Vormittag in Ilsenburgs Berghotel einstimmig ausgefallen. Er selbst habe von dieser geplanten Personalie erst vor etwa drei Monaten erfahren, so der Hesse.

Der Sohn der Fürstin sprach auf Nachfrage der Harzer Volksstimme von der "Übernahme einer Riesenaufgabe". Er müsse sich zunächst einmal einen Überblick verschaffen, obwohl er in der Vergangenheit bereits vielfach das Ilsenburger Schloss besucht habe: "Bitte geben Sie mir die Zeit, mich einzuarbeiten. Jetzt müssen zunächst Gespräche mit der Verwaltung der Stadt Ilsenburg aufgenommen werden." Er hätte diese Funktion nicht übernommen, wenn er sie nicht gleichzeitig als Verpflichtung empfunden hätte: "Ich werde mein Bestes tun. Im Moment muss ich erstmal schauen, wo die Probleme liegen", erklärte der Kuratoriumschef

Konzeptionell sei es ihm besonders wichtig, "das gesamte Ensemble aus Schloss, Kloster, Kirche und auch Park als Einheit wieder öffentlich erlebbar zu machen". Wie auch immer das dann aussehe, sei es ihm darüber hinaus wichtig, dass man sich bei allem dem humanistischen Werten verpflichtet fühlt.

"Unmöglich, an 20 Baustellen zugleich zu arbeiten"

An diesem Standort gehe es um Bildung, Wissenschaft und Forschung. Die Trennung der oben genannten Bereiche, die sich bis heute immer noch im Sprachgebrauch widerspiegele, sollte durch die künftige Nutzung aufgehoben werden. Eine Wiederbelebung des Schlosses als wirtschaftlich tragfähiges Hotel wollte Fürst Philipp nicht ausschließen. Bis wann er seine Pläne verwirklicht wissen möchte, blieb offen: "Wir sind bekanntlich auf Spenden angewiesen. Je nachdem, wie das in den nächsten Jahren läuft, wird es uns gelingen, das in einem vernünftigen Zeitrahmen zu machen oder eben auch nicht: Das liegt nicht allein in meiner Hand."

Oberste Priorität hat für Fürst Philipp offenbar die baldige öffentliche Nutzung des Refektoriums. Denkbar sei für ihn an dieser Stelle ein Veranstaltungsraum für Theater oder eine Möglichkeit, an dieser historischen Stelle zu heiraten. Auch Symposien könnten dort stattfinden. Der notwendige Anbau sei fertig: "Jetzt geht es eigentlich nur noch darum, jemanden zu finden, der die Verantwortung übernimmt, diesen Teilkomplex für die Öffentlichkeit zu bespielen." Das werde die Stiftung alleine nicht leisten können. Man könne ja nicht an 20 Baustellen gleichzeitig arbeiten: "Aber es wäre eines meiner Ziele noch für das laufende Jahr."

Die Frage, wieviel Geld für Ilsenburgs Klostersanierung insgesamt veranschlagt sind, ließ er offen: "Das weiß ich im günstigsten Fall in einem Jahr", so der Diplom-Betriebswirt.

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