Blankenburg. Längst hat sie der Alltag wieder - die Mitglieder des "Vereins für Blankenburg". Aber innerlich kommen sie nach ihrer öffentlichen Premiere kaum noch aus dem Freuen heraus. Erst vor zwei Monaten fanden sich Gleichgesinnte zusammen, um das kulturelle Leben in der Stadt zu verbessern. Ausgerechnet die Walpurgisfeier auf dem Tummelplatz inmitten des Zentrums hatten sie sich zur ersten Bewährungsprobe auserkoren, wohl wissend, dass die Konkurrenz in unmittelbarer Nähe nicht schläft. Längst haben die Nächte am Großvater und auf dem Bolzplatz traditionellen Charakter angenommen, weshalb vorab die Frage im Raum stand: Lohnt sich dieser Aufwand wirklich?

Geht es nach den Meinungen der Besucher, spricht das Ergebnis Bände. "Das ist richtig fetzig", sagte eine jüngere Besucherin. "Endlich mal ein Fest im Zentrum", äußerten vor allem immer wieder die einheimischen Familienväter und -mütter. "Es hat sein eigenes Flair, auch ohne großes Feuer", meinte ein Paar aus Dortmund.

"Mehr als dreimal so viele Besucher kamen als in unseren kühnsten Erwartungen", rechnete der Vorsitzende Carsten Albers anschließend zusammen. Den Hauptanteil bildete zunächst der zahlreiche Nachwuchs, welcher bei den Vorführungen von O.F.u.S., mehr aber noch beim Ausprobieren der Polizei- und Feuerwehrautos seinen Spaß hatte. "Es war richtig, diese Programmpunkte aufzunehmen", freute sich Albers beim Anblick der strahlenden Kinderaugen. Hunderte Kinder schlossen sich auch dem Cattenstedter Spielleuten beim Zug mit Fackeln durch die Gassen der Altstadt an.

"Selbst der Eintrittspreis sollte sich nicht als befürchtete Abschreckung erweisen", ergänzte Albers Stellvertreter René Leuteritz, "im Gegenteil." Während Mädchen und Jungen ebenso nichts zu bezahlen brauchten wie kostümierte Erwachsene, hätten die anderen anstandslos gelöhnt. "Die Qualität der Angebote mit Live-Musik und Lasershow sowie einigem Drumherum haben den Preis aber gerechtfertigt."

"Die wollten uns gar nicht mehr von der Bühne lassen"

Auch die Mitarbeiterinnen der Tourist- und Kurinforma- tion warben bei den Gästen für die Aktionen in der Stadt. "Warum denn zum Hexentanzplatz fahren, wenn es auch hier genug Spektakel gibt?", hieß ihr Credo. Für die Touristen lagen in den Hotels sogar Freikarten für die Tummelplatz-Fete bereit.

"Nicht minder trug die erstklassige Livemusik von ,Sunbeat\' zur tollen Stimmung beim Tanz um die Feuerschale bei", sagte Albers. "Die wollten uns gar nicht mehr von der Bühne lassen", schwärmten auch die einheimischen Musiker tags darauf noch "über ein phantastisches Publikum." Die Organisatoren der Walpurgisfeier fühlten sich jedenfalls in der Auswahl der Mitwirkenden ebenso bestätigt wie mit der fulminanten Laser-Show. Auch Tage später hörten die Leute vom "Verein für Blankenburg" von vielen Seiten nur Lob. "Es klappte alles bestens", bestätigte der Mann fürs Technische, Harry Litzbarski.

"Der Erfolg bei der Premiere macht uns Mut für viele weitere schöne Aktionen vor allem in den Einkaufsstraßen", so Albers, der mit der 800-Jahr-Feier und dem Altstadtfest 2012, aber auch für den Weihnachtsmarkt in diesem Jahr bereits weitere Vorhaben im Blick hat.

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