Am Landschulheim Grovesmühle in Veckenstedt begann die Woche mit dem erstmals veranstalteten "Europatag" anders als gewohnt. Auf ganz unterschiedliche Weise hatten sich die Schüler dem Thema im Laufe des Montags genähert. Höhepunkt und Abschluss war eine Menschenkette um das aufs Pflaster gesprühte vereinigte Europa mit den Fahnen der Länder.

Veckenstedt. Das Landschulheim in Veckenstedt am Montagnachmittag Punkt 14 Uhr. Die erstmalige Beteiligung am internationalen Europatag geht ihrem Abschluss und gleichzeitigen Höhepunkt entgegen. Nur wenige Minuten später kreist mit Jürgen Friehe der Vater eines Schülers aus Abbenrode mit seinem privaten Helikopter "Robinson 44" (Höchstgeschwindigkeit 220 km/h) mehrfach über dem Schulgelände.

"Österreich und Italien besonders begehrt"

Die rund 120 Jugendlichen der Klassen 5 bis 7 haben auf dem Innenhof als Menschenkette Europa nachgebildet und die entsprechenden Landesfahnen den jeweiligen Ländern zugeordnet. Zwei Stunden zuvor hatte die Klassenlehrerin der 6a, Anne Meerstein, noch mit einer Sprühdose die stilisierten Umrisse des Kontinents auf den Pausenhof gezeichnet. Da war das Areal noch mit rot-weißem Flatterband abgesperrt, was von einigen mitunter ignoriert wurde: "Und jetzt bitte mal nicht mehr auf Europa treten!", ruft Anne Meerstein über den Pausenhof nicht in jedem Fall rechtzeitig genug. Ein "Achtloser" steht bereits auf Italien, um nach dem Hinweis seiner Mathelehrerin erschrocken "übers Mittelmeer" zu entschwinden.

Die ursprüngliche Idee für das gesamte Projekt hatte die Unterstufenkoordinatorin Marianne Groninga. Für die ohnehin alle zwei Monate stattfindenden Thementage bot sich der in jedem Kalender vermerkte "Europatag" am 9. Mai geradezu an. "Wir haben sämtliche europäischen Länder thematisch auf die unteren Klassen verteilt ", so Anne Meerstein. Jede Gruppe hatte als fiktives Reiseunternehmen das jeweilige Land mit all seinen kulturellen oder kulinarischen Besonderheiten, der Hauptstadt, der Topographie und sonstigen Sehenswürdigkeiten "zu bewerben". So wurde bereits im Vorfeld ein kleiner Reiseführer angefertigt und die entsprechende Landesfahne ergänzt. Anne Meerstein: "Für unsere Schüler war es eine ausgezeichnete Möglichkeit, sich mit dem vereinten Europa einmal intensiver auseinanderzusetzen. Interessant: Wegen des eigenen Erlebens im Urlaub waren Länder wie Österreich oder Italien besonders begehrt."

Die oberen Klassen hatten es den ganzen Montag über mit einer "europäischen Rallye" zu tun. Die dafür zuständige Mittelstufenkoordinatorin Dr. Sabine Wagner: "Wir haben uns der Hilfe der Landeszentrale für Politische Bildung bedient. Dabei wurden sieben verschiedene Stationen aufgebaut, die die Jugendlichen durchlaufen mussten." So seien geografische Kenntnisse der einzelnen europäischen Länder ebenso gefragt gewesen wie geschichtliche. Das ging bis hin zu der Erklärung, welche Bedeutung der auf den Eiern abgedruckte Code hat. Dabei gab es eine Punktewertung für die einzelnen kleinen Gruppen. Inwieweit der Europatag 2012 wieder so veranstaltet wird, stand am Montag in der Grovesmühle noch nicht fest.

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