Löschen, bergen, retten - das demonstrierten Benzingerodes Brandschützer bei einem "Tag der offenen Tür" am Geräte-haus. Doch auch das Feiern kam nicht zu kurz - gemeinsam mit den Vereinen aus dem Dorf.

Benzingerode. "Die Kameraden der Feuerwehr sind immer für uns da. Sie fahren unsere Kinder zur Schule nach Silstedt, haben beim jüngsten Arbeitseinsatz wieder mitgeholfen und sichern auch jedes Jahr unser Sommerfest ab", war Katrin Geist des Lobes voll. Der Kindergartenchefin schlossen sich am Sonnabendnachmittag ein Dutzend ihrer Schützlinge fröhlich an: Sie sangen den Feuerwehrmännern zum Dank mehrere Lieder. Die "Schwalben-" und die "Finkenkinder" sagten außerdem Gedichte auf. Die Knirpse erfreuten mit ihrem lustigen Programm vor dem Gerätehaus aber nicht nur die Kameraden, die zu ihrem "Tag der offenen Tür" eingeladen hatten, sondern dutzende Eltern, Großeltern und neugierige Gäste. Mit dabei auch viele fleißige Hände aus den Benzingeröder Vereinen. Der Carneval Club sorgte für Kaffee und Kuchen, die Schützen für die kühleren Getränke. Zudem luden sie die Kinder zum Pusterohrschießen ein. Der Reit- und Fahrverein bot derweil Rundfahrten mit der Ponykutsche an.

Darüber hinaus zeigten auch Benzingerodes Feuerwehrmänner ihr Können. Die Aktiven demonstrierten die Rettung eines Menschen mit dem Einsatz ihrer mobilen Rettungs- und Arbeitsbühne. Dieses schnell aufzubauende Gerüst kommt vor allem bei Lkw-Unfällen zum Einsatz, um eingeklemmte Fahrer aus der Kabine zu bergen. In Ermangelung eines geeigneten Lasters improvisierten die Männer um Wehrleiter Lutz Erxleben. Sie retteten unter dem Beifall der Zuschauer den Zwölfjährigen Jonas Haußdörfer vom Dach ihres Löschfahrzeugs.

Jonas ist Mitglied der Benzingeröder Jugendfeuerwehr, die sich in den vergangenen zwei Jahren enorm entwickelt hat. "Die Mitgliederzahl stieg von 0 auf 16", freute sich Heiko Geisler, der die Jungen und Mädchen im Alter zwischen 10 und 13 Jahren betreut. Sie zeigten am Samstag ebenfalls ihr Können - bei einem Löschangriff. Besonders das Löschen, aber auch die Zeltlager kommen bei den Kindern gut an. "Sie sind mit Begeisterung dabei", so Geisler.

Der rege Zulauf hat aber auch seine Schattenseiten, wie Wehrleiter Lutz Erleben erläuterte. "Schon jetzt teilen sich drei Kinder einen Spind", bedauerte er; von getrennten Räumen für Mädchen und Jungen ganz zu schweigen. Zudem seien einige Bedingungen im Gerätehaus nicht mehr normgerecht. Deshalb regt er einen Um- und Ausbau an. Erleben: "Wir wissen, dass das nicht von heute auf morgen geht. Aber es soll ein erster Anstoß sein, um über Möglichkeiten nachzudenken."

 

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