Heimburg. In seinem Ortsteil ist Roland Jacobi eine Institution - als Schlagzeuger. Doch die meisten kennen ihn nur unter seinem Spitznamen "Esel". Zusammen mit Freunden, daher der Name "Esel Friend\'s", spielte er auf allen möglichen Festen. Im einheimischen Saal der "Linde" allerdings schon lange nicht mehr: "Kurz nach der Wende war der Laden wegen zu hoher Auflagen dicht."

Endlich, nach fast 20 Jahren, zog die Band wieder in den Saal ein und hatte sich einen guten Grund gesucht. "Es sollte kein gewöhnliches Konzert sein", erklärte Jacobi. "Deshalb verzichteten wir auf große Technik." Außerdem fand er in Tierarzt Bernd Blankenburg, den ehemaligen Chef des Tierschutzvereins und wichtigsten Wegbegleiter des Tierheims in Derenburg, einen Schirmherren. Statt Eintritt zu verlangen, wurde deshalb lieber um Spenden für diese Einrichtung gebeten.

Zur Wiederbelebung des Saales zog es vermutlich jeden dritten Heimburger zur alten Gaststätte. "Eine gewisse Neugier spielt schon mit", war von den jüngeren Besuchern zu hören. Eher in alten Erinnerungen schwelgten die älteren. Schließlich erlebten sie einst manche heiße Nacht bei Live-Musik oder Disko. Auch für sie ging eine lange Ruhepause an dieser Stelle zu Ende. Längst haben sie schon für die nachfolgende Generation gesorgt.

Neben der handgemachten Musik von "Esel" Roland Jacobi sowie Thomas Müller, Jürgen Kruschwitz, Bodo Lüddemann und Steffen Schreiber als seine Spielgefährten auf den Instrumenten, legte auch DJ Kuschel für tolle Stimmung auf.

Der Einsatz hat sich gelohnt. Als Jacobi zusammen mit der Chefin des Tierheims, Dagmar Fichtner, die Spendenbox öffnete, zählten sie nicht erwartete insgesamt 460,29 Euro für dasTierheim zusammen.

"Dafür geht ein riesengroßer Dank an die vielen Gäste", sagten sie. Vorrangig soll der Betrag in das neue Hundehaus gesteckt werden. "Wir hoffen, dass es noch in diesem Jahr fertig wird", ergänzte Fichtner. Allerdings werde auch künftig jede Unterstützung benötigt, weshalb sich Jacobi und seine Freunde vorstellen können, erneut zu einem Konzert in der "Linde" aufzuspielen.