Schierke. Nun also doch. Die Verkehrsführung in der Bahnhofstraße soll wieder gedreht werden. Darauf verständigten sich die Schierker Ratsleute bei ihrer jüngsten Sitzung. "Wir werden diese Empfehlung an die Stadtverwaltung weitergeben, so dass die Änderung zeitnah erfolgen kann", kün-digte Bürgermeisterin Christiane Hopstock an.

Erst im November des vergangenen Jahres war die Richtung der Einbahnstraße gedreht worden (wir berichteten) - verbunden mit der Hoffnung, dass dadurch mehr Besucher den Parkplatz Am Thälchen nutzen würden. Dieser Effekt sei nicht eingetreten, so Hopstock. Zudem habe sich die neue Variante besonders in den Wintermonaten als nachteilig erwiesen. Weil die Bahnhofstraße gleichzeitig als verkehrsberuhigter Bereich (Schritttempo) ausgeschildert wurde, seien Schneeräumfahrzeuge steckengeblieben, wenn sie wegen der Fußgänger oder rodelnder Kinder gebremst hätten.

Mit der neuen Regelung wollte man die Touristen im Ort halten, meldete sich ein Schierker zu Wort. Das Gegenteil sei der Fall gewesen. "Die Leute sind zum Bahnhof hochgefahren und haben ihre Autos dort abgestellt. Nur wenn oben alles besetzt war, sind sie wieder hinunter in den Ort gefahren, um sich dort einen Parkplatz zu suchen, oder sie haben Schierke gleich wieder verlassen." Das habe zu Einbußen bei den Gewerbetreibenden geführt. Deshalb forderte der Mann die Abkehr vom verkehrsberuhigten Bereich und die Rückkehr zur "Anliegerstraße". "Dann ist das Befahren der Straße lediglich Anliegern gestattet, für den normalen Durchgangsverkehr ist sie gesperrt."

Gegen diese Regelung spreche, dass sie einen großen Spielraum lasse, so Ordnungsamtsleiter Gerald Fröhlich auf Volksstimme-Nachfrage. "Eigentlich könnten wir niemandem die Durchfahrt verwehren." Zumal sich dort oben ein Parkplatz befinde, der öffentlich zugänglich sein muss. "Ebenso muss die Verkehrssicherheit für Passanten gewährleistet sein. Deshalb haben wir uns im November für den verkehrsberuhigten Bereich entschieden." Im Ordnungsamt werde nun geprüft, ob man den verkehrsberuhigten Bereich für die gesamte Straße beibehält oder nur für einen Teil. "Fakt ist", so Fröhlich. "Verkehrssicherheit steht bei uns vor wirtschaftlichen Interessen."

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