Wernigerode. Die Müllberge auf der Charlottenlust sind nicht nur dem Wernigeröder Ordnungsamt, sondern vor allem vielen Anwohnern ein Dorn im Auge (wir berichteten). Vornehmlich junge Leute fahren am Wochenende mit dem Auto hinauf zu der Wiese, um den Ausblick zu genießen. Ihr Müll landet aber oftmals nicht in den dafür vorgesehenen Papierkörben, sondern verschandelt das eigentlich schöne Ausflugsziel. Das Ordnungsamt prüft nun, wie diese jungen Leute von der Charlottenlust ferngehalten werden können.

"Nur auf die Jugendlichen zu schimpfen, ist einseitig", meldete sich dazu Heiner Stechhahn am Lesertelefon. Es seien nämlich auch Spaziergänger und Hundebesitzer, die ihren Abfall hinterlassen. "Es ist unglaublich, was sich dort oben abspielt." Sogar Lagerfeuer habe er oben auf der Lust schon beobachtet. "Ich frage mich, warum da niemand einschreitet."

Auch Siegfried Bräunling ärgert sich über die Verschmutzung auf der kleinen Anhöhe. "Mittlerweile rege ich mich nicht mehr auf", so unser Leser. "Denn es scheint heutzutage Mode zu sein, seinen Müll einfach in dem Augenblick wegzuwerfen, wenn er gerade anfällt." Heiner Stechhahn und Siegfried Bräunling wollen wissen, warum Polizei und Ordnungsamt nicht gegen die "Müllrowdys" einschreiten. An der Zufahrt vom Veckenstedter Weg stehe doch ein Verkehrszeichen, dass nur Anliegern die Weiterfahrt erlaubt. "Wieso werden die Verkehrssünder nicht zur Kasse gebeten, wenn sie mit ihren Autos dort oben sind", fragt Bräunling. "Sie haben doch nachweislich das Verbotsschild ignoriert."

Ordnungsamtsleiter Gerald Fröhlich kennt die Problematik. "Die Beschilderung ist sehr ungünstig. Denn in der Praxis können wir niemandem die Durchfahrt verwehren." Trotz Straßenverkehrsordnung. Auf dem Hügel befinden sich eine Gaststätte und ein Parkplatz - beides muss öffentlich zugänglich sein. Dennoch arbeite man im Ordnungsamt fieberhaft an einer Lösung. "Ich war inzwischen mit Anwohner Wolfgang Hartwich und Siegfried Siegel (Chef des Ordnungsausschusses) auf der Charlottenlust." Mit einem Poller soll nun wenigstens die Zufahrt vom Veckenstedter Weg aus versperrt werden - in Abstimmung mit den Besitzern des Privatgeländes. "Der Poller muss bestellt und dann eingesetzt werden." Das Ganze soll sehr schnell passieren, "so dass wir hoffentlich schon zum nächsten Ordnungsausschuss am 21. Juni Vollzug melden können." Zudem werde über eine andere Beschilderung nachgedacht.