Der Sparzwang wird größer: Um auch ohne viel Geld für Blumen im Stadtbild Elbingerodes zu sorgen, wurden neue Wege gegangen. Nachteil: Ein einheimischer Gewerbetreibender geht dabei leer aus.

Elbingerode. Es gibt Blumen im Stadtbild von Elbingerode, aber weniger als in den vergangenen Jahren. Und Ärger verursachen sie auch.

Denn in der Gärtnerei Reulecke um Leiterin Manuela Werner gab es dieser Tage Ärger. Seit Jahren immer ein Partner der Stadt in punkto akkurater Bepflanzung, wartete die kleine Firma diesmal umsonst auf einen Auftrag. Dann tauchten die ersten Blümchen auf - aber nicht aus Elbingerode, sondern aus Halberstadt.

"Das kann doch nicht wahr sein, die Arbeiten müssen doch ausgeschrieben werden", kritisiert Peter Reulecke. Da habe die Verwaltung Gewerbetreibende im eigenen Ort ausgebootet, um sich Halberstadt zu bedienen. "Das ist nicht rechtens!" so Reulecke. Ist es aber doch, und böser Wille, wie vermutet, ist es auch nicht.

"Wir haben eine vorläufige Haushaltsführung und sind zum absoluten Sparen angehalten. Blumen im Stadtbild sind eine sogenannte freiwillige Aufgabe", sagte der für Bepflanzungen zuständige Bauhofchef Roland Lamm gestern auf Nachfrage.

"Eigentlich müssten wir jetzt leere Kästen aushängen mit Hinweis auf die Lage und die Vorgabe der Landesregierung, dass Blumen eine zu streichende freiwillige Aufgaben seien", spitzt es Bürgermeister Andreas Flügel zu. Aber im Interesse des besseren Stadtbildes für Bürger sowie Gäste wurde ein Art Notlösung gefunden. "Wir holten uns Erde vom Recyclinghof Heudeber, einige Pflanzen aus Halberstadt und bepflanzten die Kästen im Bauhof selber, um die Kosten ganz niedrig zu halten", berichtet Lamm. So sei der Aufwand gegenüber dem Vorjahr sehr gesenkt, und wenigstens etwas Blumenpracht in die Stadt gebracht worden. Ein Auftrag sei gar nicht erst vergeben worden, eine Ausschreibung nicht nötig.

"Sehr schade, aber nicht zu ändern", hieß es in der Gärtnerei, die nun einen Auftrag weniger und Blumen übrig hat. Außerdem fiel Passanten schon auf, dass weniger Blumenkästen bepflanzt wurden. Gibt\'s nächstes Jahr gar keine mehr? Das sei fast zu vermuten, sagten einige Einwohner. Eine Chance gebe es vielleicht, wenn - wie in Braunlage - Vereine und Firmen Kosten für Blumenkästen zu übernehmen. Ob das 2012 gelingt? Für dieses Jahr ist es zu spät.

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