Die einstige Heimstätte der musealen Schätze Blankenburgs, das Kleine Schloss, ist seit Monaten eine Großbaustelle. Nach Abrissarbeiten im Innern aufgrund von Schwammbefall geht es nun an die Sanierung des Denkmals und an den Umbau zum zentralen Eingang der Gärten.

Blankenburg. Die größte städtische Baustelle ist aktuell das Kleine Schloss. Die Räume, in denen bis Ende vergangenen Jahres Blankenburgs museale Kostbarkeiten untergebracht und öffentlich gezeigt, Paare getraut und Konzerte veranstaltet wurden, wird nicht nur grundhaft saniert, sondern auch funktional umgestaltet. "Das Kleine Schloss erhält am Schnappelberg einen Glasanbau als zentralen Eingang", erläutert Bauamtsleiter Joachim Eggert die Pläne für die künftige Besucherlenkung in die Barocken Parks und Gärten. Touristen und Tagesgäste gelangen zunächst auf die sogenannte "Ebene 0", die barrierefrei gestaltet wird, und als "Info-Zentrale" dienen soll. Zudem werde dort ein größerer Sanitärbereich eingebaut.

Historisches Parkett fürs Große Schloss

Aktuell ist davon allerdings noch nichts zu sehen. Denn aufgrund von massiven Schäden durch Schwamm- und Nagekäferbefall sowie durch Feuchtigkeit mussten zahlreiche Wände eingerissen sowie die komplette Deckenkonstruktion zum Saal abgetragen werden.

Derzeit schauen die Bauarbeiter vom Keller direkt in die erste Etage. Nach den Plänen soll der große Saal in seiner ursprünglichen Form hergerichtet werden. "Der Saal wird wieder vergrößert. Anfang des 20. Jahrhunderts war dort eine Wand gesetzt worden. Wir wollen aber zur ursprünglichen Form und Raumaufteilung zurückkehren", so Joachim Eggert. Der neue Saal biete sich künftig als Veranstaltungsort an, an dem zum Beispiel 187 Stühle gestellt werden können. Sie stehen dann auch auf einem repräsentativen Eichenparkett, das das alte ersetzen wird. Der hölzerne Fußboden konnte aufgrund der Schäden nicht vollständig gerettet werden. Große Teile, so Eggert, finden aber trotzdem eine neue Verwendung: Sie wurden dem Verein "Rettung Schloss Blankenburg" übergeben und könnten künftig im Großen Schloss eingebaut werden.

Ebenfalls neu gestaltet wird das Trauzimmer. "Das war nicht mehr ansprechend genug. Deshalb wollen wir es aufwerten", erklärt der Bauamtsleiter, der auch Veränderungen im musealen Konzept ankündigt.

Allerdings werden bis zur Umsetzung noch einige Monate vergehen. "Der Zeitrahmen ist ziemlich knapp", schildert Karsten Wrabetz, der das Projekt für das städtische Bauamt federführend betreut. "Unser Ziel ist es, im März 2012 zur 800-Jahr-Feier den Saal für verschiedene Veranstaltungen nutzen zu können." Der komplette Innenausbau und auch der geplante Einbau eines Aufzugs werden bis dahin wohl noch nicht fertig sein.

Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich übrigens auf rund 1,6 Millionen Euro, die über das Programm Städtebaulicher Denkmalschutz finanziert werden. Denn das Kleine Schloss ist eines der herausragenden Einzeldenkmäler Blankenburgs. Der Sandsteinbau entstand zwischen 1763 und 1772.

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