Ilsenburgs "Kinderland am Eichholz" begeht am 1. September sein 30-jähriges Bestehen. Allerdings wurden die Feierlichkeiten auf den Mai vorverlegt. Darüber informierte Leiterin Monika Bollmann am Rande der gestrigen Kinder-Walpurgis.

Ilsenburg. Im Kinderland am Eichholz wird am Sonnabend, 7. Mai, ein großes Sommerfest gefeiert. Um 14 Uhr beginnt der Empfang für geladene Gäste. Eine Stunde später sind Eltern und interessierte Gäste willkommen. Anlass ist das vorgezogene Fest zum 30-jährigen Bestehen der Kindereinrichtung. Bereits am Mittwoch, 4. Mai, ist ab 9.30 Uhr das Wernigeröder Kammerorchester zu Gast. Zudem ist auch eine kleine Möbel- und Spielzeugausstellung aus der Vorzeit geplant. Monika Bollmann: "Wir haben ganz viel von früher aufgehoben. Da ist einiges im Keller gelagert, was wir zum Jubiläum zeigen wollen". Am Freitag, 6. Mai, wird Bibliotheks-Chefin Angelika Jana aus einigen alten Büchern lesen.

"Haben fünf Jahre gekämpft"

Monika Bollmann hatte die Einrichtung 1981 mit eröffnet: "Der Anfang war wirklich Wild West", erinnert sie sich. So wurde seinerzeit bereits eingezogen und Einweihung gefeiert, während draußen noch die Baugerüste standen. Zwischen 1982 und 1988 wechselte Monika Bollmann vorübergehend in eine Wernigeröder Kindertagesstätte, kehrte aber wieder ins "Kinderland" zurück.

Die unter der Ägide des Paritätischen Integrativen Netzwerkes (PIN) stehende Einrichtung war nach ihrer Sanierung 2010 wieder in Betrieb genommen worden. Die Bedingungen hätten sich seitdem "extrem verbessert". So wurde die Einrichtung nicht ohne Grund zu einem wahren Mekka für Stippvisiten von Sozialminister Norbert Bischoff über Politprominenz aus dem Harzkreis bis hin zu zahlreichen Vereinen, die sich selbst ein Bild machen wollen: "Wir zeigen das Haus mit Stolz, haben ja schließlich fünf Jahre darum gekämpft." Alles glänzt in frischen Farben, und es ist viel mehr Platz für die Kinder vorhanden. Lediglich der Spielplatz wird derzeit noch in Schuss gebracht.

Doch auch bei ihren Schützlingen hat Monika Bollmann grundsätzliche Veränderungen gegenüber 1981 feststellen können: "Sie sind viel selbstbewusster geworden und spielen heute auch anders. Was früher von den Erziehern gesagt wurde, wurde gemacht. Jetzt gibt es oftmals heiße Diskussionen, was aber auch manchmal ganz spannend sein kann." In die Einschätzung mischen sich aber durchaus auch kritische Töne: "Oft wird den Kindern heutzutage zu viel vorgesetzt. Dabei bleibt dann ab und an die Kreativität auf der Strecke. Deshalb gehen wir mit ihnen auch viel in die Natur und geben dann ganz bewusst keine Spiele vor", erklärt sie. "Dann merken wir, dass sie im Grunde doch sehr kreativ sind und ihrer eigenen Phantasie freien Lauf lassen wollen".Wenn man die Eltern anspreche, seien sie gern zur Mithilfe bereit: "Früher war das aber noch sehr viel leichter und die Impulse kamen von den Eltern spontan."

Zur Zeit werden im "Kinderland" 193 Knirpse betreut.

   

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