Mit einem furiosen Programm eröffnet der ECV "Grün-Weiß" Elbingerode seine 39. Saison und zieht über so ziemlich alles her. Seine rettende Idee für die geldarme Oberharzstadt - Elbingerode wird eine Erotikzentrale - von der Brockenbahn zur Reeperbahn.

Elbingerode. Gleich zu Beginn sorgte der einfallsreiche Protokollant Andreas Kuntzsch zum Saisonauftakt des ECV "Grün-Weiß" Elbingerode in Rübeland für jede Menge Kracher und legte den Finger in so manche Wunde.

Er nannte den Brocken "Feindesland" und begründete auch, warum der ECV auf die schöne Umbenennung letztes Jahr in Oberharzer Carneval Verein (OCV) verzichtet: Um eine neue Oberharz-Klage aus Niedersachsen zu umgehen. Das war‘s auch mit dem Rückblick, alles andere ging nach vorne los bei diesem launigen Abend mit vielen Gästen.

Unter ihnen der Chef der Blankenburger Karnevalisten, Frank Wermuth, und Wernigerodes Ober-Auerhahn Marco Steinhauer, dazu etliche Oberharz-Ortschefs und zwei der drei Bürgermeisterkandidaten.

Heiko Kaschel aus Hasselfelde werde Elbingerode schon die "Hauptstadtflügel" stutzen, warnte der Protokollant. Und Kandidat Frank Damsch sei nur zu wählen, wenn er die berühmte Tanner Brockentorte verteile. Reiner Mämecke als 3. Kandidat fehlte zwar, bekam aber als Asylsuchender Allröder sein Fett weg.

Auch die neue Image-Broschüre mit dem Fichtenzapfen, am Sonnabend gerade erst groß in der Zeitung, wurde sogleich lustig niedergemacht. Weil es kein sinnigeres Zeichen gäbe: "Die Stadt hat kein Geld, wir haben den Zappen!", hieß es unter Beifall. Um die Geldnot nun zu beheben, soll übrigens in Elbingerode getreu dem Saisonmotto ein "Reeperbähnchen" entstehen. Mit Tischtanz im Schützenzelt, Nacktwandern im Goethepark und statt des Ärztehauses Oberharz mit einem Eros-Center.

Mit dieser "wohl ehrlichsten und besten Rede, die Andreas je gehalten", wie es Vizepräsident Heinz-Werner Kohlrusch hinterher sagte, war der Abend eröffnet. Er ging mit Stimmung und Lachtränen und 16 weiteren Beiträgen weiter. Immer Grün-Weiß garniert vom neuen Zeremonienmeister Detlef Eggert und vor allem von den feschen Funken – als Sexy-Garde, lustige Cowboykinder und gekonnte Shakira-Doppelgängerinnen. Choreografien alle von Sandra Berke.

Gerburg Meinecke und Su-san Ehrt rissen als Heilsarmee-Soldatinnen Witze, Wolfgang Brendenmühl ließ sich als älterer Herr aus Braunlage übers Altwerden aus, und die Harzer Jungs brachten mit deftigen Versen bis hin zur Nationalhymne "Elljeroe" als Höhepunkt den ganzen Saal zum Schunkeln und Kochen. Dabei glänzte ECV-Präsident Ronald Fiebelkorn mit (echter) Kapitänsuniform, ließen Steffen Bieder, Mike Hinze, Heinz "Hippel" Kohlrusch, Horst und Susann Meinecke sowie Wolfgang "Fritze" Steinmetz (Leitung) die Leinen los.

Unüberhör- und sehbar gut auch Marktschreierin Susanne Fiebelkorn, das vielbeinige Männerballett "Flashdance" und das ebenso mit viel Beifall belohnte Showballett zu Songs von Rihanna und Lady Gaga.

Die nächste Narrensitzung jetzt am Sonnabend ist schon ausverkauft, und Sonntag ist Kinderkarneval. Zu erleben sind die Grün-Weißen dann noch am 3. März in Schierke, am 5. März im Goethehaus und Rosenmontag in Mandelholz.

   

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