Großes Lob von oberster Stelle für die restaurierte Orgel der Bartholomäuskirche. Der Orgelsachverständige der Braunschweigischen Landeskirche wertet die Arbeit als beste seiner Amtszeit.

Blankenburg. Seit dem Reformationssonntag letzten Jahres begleitet sie zur Freude der evangelischen Kirchengemeinde wieder die Gottesdienste. Und auch als Konzertinstrument war sie, wenn auch mit bescheideneren Ansprüchen, bereits zu hören: die Orgel der Bartholomäuskirche. Jetzt ist sie nach umfangreichem Umbau und Restaurierung wirklich vollendet. Orgelbauer Jost Truthmann und Kantor Jürgen Opfermann haben in den vergangenen Tagen lediglich noch ein paar Feinabstimmungen vorgenommen.

"Aber die sind ganz minimal", sagte Opfermann beim Stimmen des Instruments und ist begeistert. "Die Orgel wurde sehr fachgerecht restauriert. Vieles ist zwar neu. Doch die alte Orgel klingt mit, aber viel schöner", so der Kantor, der Orgelbauer Jost Truthmann aus Frankfurt/Oder noch ein großes Kompliment zollte. "Ich wüsste keine zweite Orgel in dieser Art."

Dass er mit dieser Meinung nicht allein steht, bescheinigten der Kirchengemeinde Ende Januar bereits Rüdiger Wilhelm, der Orgelbeauftragte der Braunschweigischen Landeskirche, und Martin Schuseil, der seitens der Landeskirche die Finanzierung dieses großen Projektes betreut hat. Sie begutachteten die Orgel und nahmen die Arbeiten offiziell ab. Erfreulicherweise hatten sich eine ganze Reihe von Gästen zu diesem für die Gemeinde – aber auch für die Stadt – wichtigen Anlass eingefunden. Neben Orgelbaumeister Truthmann, Kantor Opfermann und dem Pfarrerehepaar Claudia und Axel Lundbeck, die sich für die Orgel in besonderer Weise engagiert hatten, waren vier Kirchenvorsteher und einige interessierte Gäste anwesend.

In allen Teilen sehr gut

So konnte Jürgen Opfer-mann die beeindruckenden klanglichen Möglichkeiten, die die Orgel nun wieder bietet, an verschiedenen Kompositionen aus unterschiedlichen Epochen darstellen. Als er seine Demonstration dieses alten und doch neuen Instrumentes mit einer Toccata von Johann Sebastian Bach abschloss, bekamen die Gäste einen kleinen Vorgeschmack darauf, welche Konzerterlebnisse in nächster Zeit wohl zu erwarten sind.

So fand Rüdiger Wilhelm in seinem anschließenden Gutachten für das vollendete Werk nur lobende Worte. In der langen Zeit seiner Tätigkeit als Orgelbegutachter habe er ein schöneres Instrument nicht zu beurteilen gehabt. So war es nur folgerichtig, dass er in allen Bereichen die Note "sehr gut" gab. Er ließ es sich auch nicht nehmen, die restaurierte Orgel mit einer Komposition von Bach selbst zu probieren.

Die Kirchengemeinde dankte Jost Truthmann sehr für diese gelungene Arbeit. Ein großer Dank gelte aber auch den vielen Helfern, Sponsoren und Spendern, ohne deren finanzielle Hilfe die Restaurierung – noch dazu in so kurzer Zeit –nicht möglich gewesen wäre.

Präsentations-Konzert

Am kommenden Sonnabend, 26. Februar, stellt Kantor Jürgen Opfermann die nun fertiggestellte Orgel in ihrer ganzen Klangfülle vor. Dazu lädt er um 18 Uhr herzlich in die Bartholomäuskirche ein. Zu hören sind Werke von Dietrich Buxtehude, Johann Sebastian Bach, Charles-Marie Widor und Felix Mendelssohn-Bartholdy sowie Musik aus der Romantik. Die Zuhörer haben dann auch die Möglichkeit, sich das Instrument aus der Nähe anzuschauen und Fragen zur Restaurierung zu stellen. Der Eintritt ist frei.

Wie Opfermann erklärte, habe er für die bevorstehenden Sommerkonzerte bereits Gespräche mit Organisten aus Frankreich und den Niederlanden geführt. Ab März würden auch die touristischen Stadtrundgänge mit der Kirchenführung in St. Bartholomäus wieder mit Orgelspiel begleitet werden.