Der Wernigeröder Stadtrat hat mit seinem Ja zum Haushalt den Startschuss für das Ortsenwicklungskonzept in Schierke gegeben. Werden die Fördergelder vom Land bewilligt, kann der erste Spatenstich erfolgen. Baudezernent Burkhard Rudo hat den Schierkern den "Wunsch-Fahrplan" für die Umsetzung vorgestellt.

Schierke. Fast 30 Einwohner haben sich kürzlich im Schierker Rathaus zur Ortschaftsratssitzung versammelt, zu der auch Burkhard Rudo eingeladen war.

Wernigerodes Baudezernent gab Einblicke in die Pläne zu einem der ehrgeizigsten Projekte der Stadt: dem Schierker Ortsentwicklungskonzept. Diesmal war sein Vortrag konkreter. Der Dezernent stellte den "Fahrplan" für die Projektumsetzung vor (siehe Infokasten), aber unter Vorbehalt. Rudo: "Die Realisierung nach dieser Zeitschiene ist nur möglich, wenn die von uns beantragten Fördergelder auch rechtzeitig fließen." Wichtig sei ihm außerdem, dass alle Beteiligten eng zusammenarbeiten und die Schierker rechtzeitig über alles informiert würden.

Als Effekte des rund 40-Millionen-Euro-Investitionspakets erhoffen sich die Stadtväter: Stabilisierung der Einwohnerzahl, Verdopplung der Besucherzahl und Steigerung der Arbeitsplätze. Rudo wagte die Prognose und sprach von 281 Arbeitsplätzen. Etwa 770 Stellen könnten es sein, "wenn zu unseren Vorhaben auch private Geldgeber in das Hotelgewerbe investieren".

"Es könnten bis zu 170 Millionen Euro in den Ort fließen"

Auch hier sei "einiges in Bewegung", wobei Rudo keine Namen nennen wollte. "Es könnten noch einmal 130 Millionen Euro aus privater Hand in Schierke investiert werden", sagte er. "Damit würden in den kommenden Jahren 170 Millionen Euro in ihren Ort fließen." Bis 2015 sollte laut der Pläne Schierkes "neues Gesicht" erkennbar sein. "Was bis dahin nicht passiert ist, wird schwierig sein, noch umzusetzen", betonte Rudo. Denn 2013 würden sich die Bedingungen für Förderanträge ändern. "Deshalb müssen wir jetzt die Chance nutzen."

Das Gesamtvorhaben wurde geteilt, "um nicht alles von einem Förderantrag abhängig zu machen". Der erste Spatenstich könnte bereits am 20. Juni erfolgen. An zwei Stellen soll die neue Ortsumfahrung, die teilweise über die Sandbrinkstraße führt, die Bode überqueren. Für den Neu- und Umbau beider Brücken seien 3,5 Millionen Euro eingeplant.

"Lassen andere wichtige Aufgaben nicht außer Acht"

Noch nicht berücksichtigt im Umsetzungskonzept sei die Restaurierung des denkmalgeschützten Natureisstadions. Dazu seien noch Gespräche im Landesbauministerium notwendig.

Bei aller Konzentration auf das "neue Schierke", so Burkhard Rudo auf der Ortschaftsratssitzung weiter, "lassen wir die anderen wichtigen Aufgaben im Ort nicht außer Acht". dazu gehöre die Sanierung des baufälligen Kindergartens, die nicht verschoben werden soll. "In diesem Jahr werden wir das Schieferdach neu eindecken und dafür 65 000 Euro ausgeben." Und auch am Bauhofgelände werde gearbeitet. Ein neues Streugutlager und ein Carport für das Loipenspurgerät sollen für 50 000 Euro gebaut werden.

 

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