Der Versicherungsfachmann Wolfgang Kreyer hat nach seiner Rückkehr von Drübeck nach Abbenrode seine Alpaka-Zucht ausgebaut. Ein Hobby nicht nur zur Freude der Kinder aus dem Ort. Die Tiere kommen aus Kostengründen nicht für die Fleischproduktion infrage und werden einmal im Jahr geschoren. Im Harzkreis ist Kreyer der einzige Alpaka-Züchter.

Abbenrode/Drübeck. Der Ex-Abteilungsleiter aus der LPG Tierproduktion Abbenrode/Stapelburg ist seit langem Versicherungskaufmann. Doch davon gibt es viele. Womit Wolfgang Kreyer deutlich mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erregt, ist seine exotische Alpaka-Zucht mit 14 Tieren, weiteren zwei Lamas, einem Hund sowie "anderthalb Pferden": Abbenrodes "Arche Noah en miniature".

"Was ich züchte, sind die Delphine auf dem Land"

Im damaligen Grenzgebiet wollte sich die Familie kein Haus bauen. Deswegen zog es sie nach Drübeck. Was sie damals nicht ahnen konnte: es würde nur "vorübergehend" sein, wie der Eiserne Zaun auch. Jetzt ist "Heimkehrer" Wolfgang Kreyer wieder da – und mit ihm seine Tierzucht.

Angefangen hatte es mit einem Missgeschick. Im Oktober 2006 kaufte er sich die ersten fünf Alpaka-Stuten.

"Erste Anden-Tiere in Drübeck seit Menschengedenken"

Die Tiere waren Teil eines Sammel-Imports aus Chile. Versprochen war, dass sie alle schon tragend sind. Immerhin standen sie vor dem Flug auf die andere Seite der Erde wochenlang in Quarantäne mit einem Hengst zusammen. Doch in Deutschland angekommen, stellte sich alsbald heraus: mehr als ihr Fell, war an ihnen nicht "tragend". Der Züchter zu seinem damaligen Kaufentschluss: "Alpakas sind ganz sanftmütig und zweitens machen sie keinerlei Krach, wie Kühe oder Schafe." Unter Züchtern werden sie nicht ohne Grund als die "Delphine auf dem Land" umschrieben. Sie seien es gerade auch "wegen ihrer ausgesprochenen Liebenswürdigkeit wert, auf der ganzen Welt gezüchtet zu werden, gibt er einen Experten wieder. Mit elfeinhalb Monaten dauert die Tragzeit der Anden-Tiere nahezu ein ganzes Jahr. So mussten Freunde ihren Alpaka-Hengst ausborgen, damit es mit der Zucht tatsächlich losgehen konnte. 2007 dann der lang ersehnte Erfolg mit mehreren Jungtieren. Kreyer nicht ohne Stolz: "Das waren die ersten drei in Drübeck geborenen Alpakas seit Menschengedenken."

Das neue Abbenröder Grundstück "Hinter der Ecker" ist mit sehr viel Weide ringsherum ideal am Ortsrand gelegen: "Doch dass ich mit dem Bau zweier lächerlicher Weidehütten derart große Schwierigkeiten mit dem Bauamt der Kreisverwaltung Harz bekommen würde, hätte ich mir auch nie träumen lassen." Am 17. November 2010 gab es die lang ersehnte Genehmigung. Ende einer behördlichen Odyssee, die im Juli begonnen hatte. Nur Tage später wurde Kreyer vom frühen Wintereinbruch und wochenlangem Frost erneut eiskalt erwischt. Beide Faktoren führten dazu, dass die Ställe bis heute noch immer nicht ganz fertig sind. Das sei aber nur noch eine Frage von Wochen.