Wernigerode (pwr/im). Im Harzmuseum am Klint wird vom 3. März bis zum 16. April eine neue Sonderausstellung mit Aquarellen aus dem Nachlass der Wernigeröderin Martha Jeep gezeigt. Laut Leiterin Silvia Lisowski umfasst das Erbe der Künstlerin 150 Werke. Gezeigt werden davon 51. Zu verdanken ist die Präsentation einer überaus großzügigen Schenkung von Karl-Heinz Ziomek und seiner Lebensgefährtin Ursula Selke. Beide haben sich viele Jahre lang liebevoll um die Bewahrung dieses Kunstschatzes gekümmert.

Martha Jeep wurde am 29. September 1874 in der bunten Stadt am Harz geboren. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts hat sie ihre künstlerische Ausbildung beendet. Ihr Schaffen umfasst Porträts, Interieurs und Stillleben. Silvia Lisowski: "In einem kleinen Atelier im Garten des elterlichen Grundstücks entstand eine Vielzahl ihrer bezaubernden Aquarelle." Sie brillieren durch eine große Liebe zum Detail, dem Spiel mit dem Licht und der Farbe. Ebenfalls Bestandteil der Ausstellung sind Impressionen von Landschaften, die sie 1902 von einer Studienreise nach Italien mitbrachte. Die Museumsleiterin: "Diese Arbeiten zeigen ihre bescheidene und stille Sicht auf die Dinge."

Ein Ausdruck ihrer humanistischen Gesinnung ist zudem, dass sie gemeinsam mit ihrer ebenfalls zeitlebens unverheirateten Schwester Dora ein Pensionat für ausländische Knaben errichtete. Dort erhielten diese eine Sprachausbildung. Nach den Schilderungen eines alten Wernigeröders soll sich das Heim in einem der letzten Häuser im Papental befunden haben. Am 23. März 1944 verstarb die Malerin in Wernigerode.

Für Silvia Lisowski ist der Nachlass eine echte Entdeckung. Sie sagt: "Wir wussten schon, dass es sie gab." Allerdings war über sie, wohl der Zeit damals geschuldet, nur wenig bekannt. Mit der Ausstellung soll "eine fast vergessene" Künstlerin zurück in das Bewusstsein der Wernigeröder geholt werden.

Die offizielle Eröffnung findet am Mittwoch, 2. März, um 19 Uhr im Festsaal des Rathauses statt. Im Harzmuseum sind die Bilder montags bis sonnabends jeweils von 10 bis 17 Uhr sowie an Feiertagen zwischen 14 und 17 Uhr zu bewundern.