Wernigerodes Carneval Club ist wieder da. Nach längerer Abstinenz und mühevollem Neubeginn hat der Verein mit der Prunksitzung am Sonn-abend den Geschmack der Narren getroffen. Mit Unterstützung der befreundeten Aachener wurden die Besucher mit einem bunten Programm im Saal des Harzer Kultur- und Kongresshotels erfreut.

Wernigerode. Man nehme Harzer Fröhlichkeit, Bodenständigkeit, den Willen zum Mitmachen und mixe dies mit Professionalität aus einer Karnevalhochburg.

Dieses Menü des Vorstandes des Carneval Clubs Wernigerode (CCW) um Vereinschef Marco Steinhauer und Präsident Lars Hoppe schmeckte den überwiegend schön kostümierten Narren offensichtlich, die sich am Sonnabend im Saal des Harzer Kultur- und Kongresshotels versammelt hatten. Es gab stürmischen Applaus und immer wieder Rufe nach Zugaben.

Erneut erwiesen sich die Reden als das würzende Salz einer Büttensitzung, so auch diesmal. Ein Glücksfall für den CCW war, dass Mario Dönecke, Schatzmeister der Sebastiansschützen, einen so urigen Humor besitzt. Sein Vortrag in der Bütt als Hellseherin streifte einen breiten Bogen von Guttenberg bis zu Schierker Investitionen. Döneckes Auftritt inspirierte Angela Gorr zu einigen Versen. Die Ansprache der Landtagsabgeordneten mit Ratschlägen an die Bundeskanzlerin gipfelte in der Anregung, zwei Harzer "Frauen" in ihr Kabinett aufzunehmen. Eben die Wahrsagerin und den als Dame verkleideten Stadtratspräsidenten Uwe-Friedrich Albrecht.

"Zuschauer tanzten spontan im Saal"

Die Aachener Karnevalisten ergänzten auf vielfältige Weise die Darbietungen der Harzer, angefangen vom zehnjährigen Tanzmariechen Julia. Sie bot Hochleistungssport und erhielt dafür langen Applaus. Nicht enden wollende Beifallstürme auch für Stimmungskanone Fino Gaston. Der von den Aachener Gästen "eingekaufte" Party-Schlagersänger mit feurigem spanischen Temperament, verzauberte die Besucher mit sechs Stimmungsliedern. Einige Zuschauer tanzten spontan im Saal.

Zulauf eher zufälliger Art erhielt der CCW aus Ilsenburg. Das dortige Männerballett hatte seinen Verein verlassen und eine neue Heimstatt bei den Wernigeröder Narren gefunden. Gleich zwei zusätzliche Gruppen wirbelten so über das Parkett, einmal die Danceformers sowie das personell fast identische Männerballett. Dies bescherte zusätzliche Gäste. Die Erzieherinnen vom Ilsenburger "Kinderland" folgten ihren Akteuren und feierten als Bienen verkleidet kräftig mit. Erfreulich außerdem, es gab viel Tanz zu beklatschen, dargeboten auch von der Garde, den Harzer Rockys sowie den Sweet Girls.

Das Prinzenpaar Mario I. und seine Lieblichkeit Kristina I. griffen mehrfach ins Geschehen ein, so auch beim Dank an alle Sponsoren. Denn beide wissen: "Ohne Moos nichts los". Die gelungene Prunksitzung dürfte dem Verein für die nächste Session die Brieftaschen der Geldgeber gewiss leichter öffnen.

 

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