Eine schwimmende Turbine wurde gestern in Wendefurth in Betrieb gesetzt und liefert nun zwei Kilowatt die Stunde, so lange das Wasser läuft. Experten sprechen von Prototyp und Weltneuheit.

Wendefurth. Es sei ja wirklich etwas unscheinbar, sehe ein bisschen wie ein Spielzeug aus, wäre aber ein Anfang – sogar europaweit, wenn nicht sogar weltweit.

Mit diesem Lob von mehreren Fachleuten wurde gestern Mittag in Wendefurth ein sogenanntes Flusswasserkraftwerk in Betrieb gesetzt. Staatssekretär Jürgen Stadelmann vom Landwirtschafts- und Umweltministerium sowie Henning Bänecke, Chef vom Industrieservice/Wasserkraft in Königshütte, drehten am Schaufelrad und brachten die mobile Turbine vor etwa 50 Gästen aus in Schwung.

Damit liefert das Minikraftwerk nun stets zwei Kilowatt pro Stunde. Das sei scheinbar nicht viel, hieß es, reiche zum Beispiel zum Betreiben eines Tauchsieders. Aber andererseits lasse ja auch niemand eine 60-Watt-Glühlampe die ganze Nacht brennen. So gesehen, sei der Strom doch wieder viel.

Der "Flussreiter", wie der Name übersetzt heißt, gilt als Prototyp und quasi als Durchbruch. Vor über tausend Jahren schon nutzten Menschen auf diese Weise die Wasserkraft, etwa zum Kornmahlen. Nun soll die uralte Technologie im Zeitalter der knapper werdenden natürlichen Ressourcen wiederentdeckt und vor allem wirtschaftlich gestaltet werden. Das sei schwieriger als gedacht, sagte Stadelmann.

Der Staatssekretär dankte allen Partnern, die bei "River Rider I" mit im Boot sind, und grüßte mit dem Ruf der Wassermüller: "Glück zu!". Es galt u. a. Firmen aus Plauen und Königshütte, der Otto-von-Guericke Uni-Magdeburg sowie dem Talsperrenbetrieb und dessen Tochterfirma, die Talsperren-Wasserkraft GmbH. Der Erfolg, so wurde betont, reihe sich ein in den Bau von bisher drei Turbinen in die Stauwerke bei Königshütte und Wendefurth, so Burkhard Henning, Geschäftsführer des Talsperrenbetriebs. Und: "Weitere Projekte sind in Arbeit."